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„Zum Jahresende schließen vier Apotheken”

Von: jk
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Protest im weißen Kittel: Am
Protest im weißen Kittel: Am Holzgraben verteilen Apotheker und Apothekerinnen Flugblätter. Foto: Ralf Roeger

Aachen. 12 Apotheker und Apothekerinnen, gut zu erkennen am weißen Kittel, informierten am Dienstag am Holzgraben Passanten über ihre Honorarsituation.

„Hätten Sie es gewusst?” fragen Sie auf Transparenten und stellen fest: Seit zehn Jahren seien die Honorare für Apotheker nicht erhöht worden, und auch stimme es nicht, dass das Honorar umso höher ausfalle, je teurer das Medikament.

Wie die Honorarordnung von Apothekern aussieht, erklärten die Pharmazeuten ganz genau. Sie bekommen derzeit 8,10 pro verschreibungspflichtiges Medikament, abzüglich 2,05 Euro, die sie an die Krankenkasse abführen müssen. Zum ersten Januar soll die Bruttosumme auf 8,35 erhöht werden. „Viel zu wenig bei steigenden Kosten von Miete, Strom und anderem”, findet Gabriele Neumann, Kreisvertrauensapothekerin und Vorsitzende des Apothekerverbandes Aachen. Der Aufwand für Vorratshaltung, Kühlung und Dokumentation sei in den letzten Jahren wesentlich größer geworden.

„Zum Jahresende werden in Aachen vier Apotheken schließen. Wir sehen mit Sorge, dass das wirtschaftliche Ausbluten der Apotheken auf Dauer eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung gefährdet.” Sie selbst habe in ihrer Apotheke in den letzten fünf Jahren zwei Vollzeitkräfte entlassen müssen. „In Zukunft wird es mehr große Apotheken geben. Ob es dann noch individuelle Beratung geben wird, ist die Frage”, so Neumann. Zudem müssten die Nacht- und Notdienste bald auf immer weniger Apotheken verteilt werden.

Wegen des komplizierten Systems der Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Pharmaunternehmen müssten die Apotheker viel Zeit für administrative Angelegenheiten aufwenden, beklagte Angelika Jansen-Kempen, stellvertretende Kreisvertrauensapothekerin. Auf Vorrat gelagerte Medikamente könnten oft plötzlich nicht mehr ausgegeben werden. Auch teurere Medikamente bereiteten manchen Apothekern Sorge, da sie vorfinanziert werden.

Weil sie sich von den erschwerten Bedingungen unter Druck fühlen, gehen die Apotheker in einer landesweiten Aktion dieser Tage auf die Straße. Sie wollen vor allem informieren und darauf aufmerksam machen, wie wichtig eine hochwertige flächendeckende Arzneimittelversorgung sei.

Am 19. November gehen die Verhandlungen zwischen dem Berufsstand und den Krankenkassen weiter, bei denen die Pharmazeuten auf eine höhere Honoraranpassung hinwirken wollen.
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