Aachen - Zum Auftakt „Metropolis”

Zum Auftakt „Metropolis”

Von: Christiane Krahl
Letzte Aktualisierung:
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Voller Vorfreude: Manfred Vohsel, Uwe Appelbe, Tina Hick, Anna Sofie Schultz, Birgit Esser, Beate Franzen, Leo Stürtz (v.l.). Foto: Heike Lachmann

Aachen. Zur Premiere haben sie gleich einen ganz großen Film nach Aachen geholt: Die Mitglieder des gerade gegründeten „Netzwerks Kommunales Kino Aachen” zeigen am 26. Oktober den Stummfilm-Klassiker „Metropolis” im Eden-Palast.

„Der Film wurde in seiner restaurierten Version erst zweimal in Deutschland gezeigt und ist zur Zeit für den deutschsprachigen Raum gesperrt”, erklärt Beate Franzen, Koordinatorin des Netzwerks und Mitarbeiterin der Volkshochschule Aachen (VHS).

Die Wiesbadener Friedrich-Wilhelm- Murnau-Stiftung, die derzeit die Rechte an dem 147-minütigen Schwarzweißfilm hält, hat beispielsweise noch keinen Filmverleiher festgelegt, doch die Aachener dürfen die Urfassung des Filmklassikers vom deutschen Regisseur Fritz Lang trotzdem schon auf der Leinwand bewundern. Bis zur Wiederentdeckung in einen Filmmuseum in Buenos Aires vor zwei Jahren galt die Originalversion des teuersten deutschen Stummfilmes jahrzehntelang als verloren.

Begleitung am Flügel

Die Pianistin und Komponistin Eunice Martens wird die Vorführung auf einem Flügel begleiten, und auch darauf ist das Netzwerk stolz. „Martens war mit Metropolis schon in Hongkong”, schwärmt Franzen. Die Hauspianistin des „Kino Arsenals - Institut für Film- und Videokunst” in Berlin und die Aachener Filmliebhaber planen, die ursprüngliche Komposition von Gottfried Huppertz, die auch bei der Uraufführung 1927 schon gespielt wurde, in Aachen vor insgesamt 426 Zuschauern vorzuführen.

Das „Netzwerk Kommunales Kino Aachen” will aber nicht nur großes Kino zeigen, sondern auch Filme, die nicht in kommerziellen Kinos laufen und auch im Programmkino durchs Raster fallen. Viele der Mitglieder, das Deutsch-Französische Kulturinstitut, der Verein Filmraum West, der Verein Kaleidoskop - Filmforum, die VHS, der städtische Kulturbetrieb, das Evangelische Erwachsenenbildungswerk und das Ludwig-Forum bieten dies schon als Einzelveranstalter an. Das Deutsch-Französische Kulturinstitut zeigt beispielsweise französische Filme im Original und das Evangelische Erwachsenenbildungswerk bietet zu seinen Vorführungen außerdem Diskussionen und ein gemeinsames Frühstück an.

Um ihr Programm mit unabhängigen Filmen und Filmemachern in Zukunft noch bekannter zu machen, wollen sie ab nächsten Mittwoch, 20. Oktober, eine Internetseite frei schalten. Unter www.filmnetz.ac finden Filmfans dann die neuesten Reihen und Angebote der Kultur- und Independent-Filmvorführer in Aachen auf einen Blick.

„Wir wollen aber auch gemeinsame Filmreihen anbieten und unser Programm abstimmen, damit nichts doppelt gezeigt wird”, erläutert Beate Franzen die Pläne der Netzwerkmitglieder. Das Netzwerk wünscht sich außerdem einen eigenen Raum für seine gemeinsamen Film-Veranstaltungen. Das sei aber leider angesichts der knappen öffentlichen Kassen zurzeit nicht realisierbar, bedauert Franzen.

Zunächst freuen sich die Aachener Filmfreunde aber auf das große Leinwandereignis im Eden-Kino. Auch Leo Stürtz, Geschäftsführer des „Cineplex Aachen”, ist von der Idee des Netzwerks begeistert.
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