„Zukunft durch Innovation“: Damit Mathe nicht wieder die Spaßbremse ist

Von: Margot Gasper
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„Die Wirtschaft braucht Fachkräfte, und die Hochschulen brauchen Forscher“, erklärte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze in Aachen. Nicht nur Arbeitsamtschef Jürgen Koch (links) und Philips-Standortleiter Karl Spekl stimmten der Politikerin zu. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Schon im Vorfeld sind an diesem Netzwerk viele Maschen gestrickt worden. Offiziell aus der Taufe gehoben wurde die Aachener Gemeinschaftsoffensive „Zukunft durch Innovation“ (zdi) am Montag. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp unterzeichneten im Super C der RWTH die Gründungsurkunde.

Getragen wird das Netzwerk bereits von 22 Partnern: Firmen, Schulen, Hochschulen, Vereine, Verbände und die Agentur für Arbeit beteiligen sich. Das Aachener zdi-Netzwerk ist das 42. in Nordrhein-Westfalen.

„Wir möchten bei den Schülerinnen und Schülern das Interesse für ein naturwissenschaftliches Studium wecken“, erklärte die Ministerin: „Dieses Netzwerk bringt Leute zusammen für eine richtig gute Sache.“

Praxisnahe Angebote sollen bei Jugendlichen ab der siebten Klasse das Interesse an den sogenannten Mint-Fächern wecken: an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. „Mathe muss nicht die Spaßbremse sein“, ist RWTH-Prorektor Aloys Krieg überzeugt, „es gibt da tolle Anwendungen“. Auch FH-Prorektor Norbert Janz hofft, dass mit Hilfe des zdi-Netzwerks vermehrt „motivierte, begeisterte Studenten“ an die Hochschulen kommen.

Der Wettbewerb um gut qualifizierte Nachwuchskräfte sei längst entbrannt, erklärte OB Marcel Philipp. Auch für ihn steht fest: „Wir müssen Neugier wecken auf die Mint-Fächer. Dafür müssen wir alle Kräfte bündeln.“ Jürgen Koch, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, berichtete, dass in einigen Berufen, etwa in der Automatisierungstechnik, Stellen schon jetzt bis zu einem halben Jahr lang nicht besetzt werden können. „Wir müssen an allen Schulen früh mit der Berufsorientierung beginnen“, ist Koch überzeugt.

Karl Spekl, Standortleiter von Philips Technologie in Aachen, sieht steigende Anforderungen an den Nachwuchs in den Betrieben, bei den Bewerbern allerdings eher einen stagnierenden Wissensstand. „Auch hier liegt eine Aufgabe des Netzwerks.“

Andrea Ewert von der Aachener Volkshochschule brachte schließlich den ganzen Saal zum Pusten. Mit einem Stückchen Papier konnten alle Gäste erforschen, wie – im Prinzip – der Aufwind entsteht, der ein Flugzeug zum Fliegen bringt. Die Volkshochschule macht mit ihrem Schülerlabor „Aixlab“ Kinder zu Forschern.

Nicola Poell, Neuntklässlerin vom Einhard-Gymnasium, hat bereits an Mint-Projekten teilgenommen. Zu einer naturwissenschaftlichen Ausbildung will sie sich aber noch nicht entschließen. Da hat das zdi-Netzwerk also noch Überzeugungsarbeit zu leisten.

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