Aachen - Zu wenig Geld: Im Schwertbad brodelt es

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Zu wenig Geld: Im Schwertbad brodelt es

Von: Heiner Hautermans
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Im Schwertbad wächst der Unmut: Die Beschäftigten erhalten deutlich weniger Gehalt als die Kollegen der Rheumaklinik.

Aachen. Im Burtscheider Schwertbad brodelt es: „Es reicht! Seit Jahren werden wir immer wieder vertröstet“, sagt Verdi-Sekretär Harald Meyer. Die (inklusive Ambulantem Zentrum) etwa 160 Arbeitnehmer erhalten nämlich deutlich weniger Gehalt als die rund 110 der benachbarten Rheumaklinik. Der Gewerkschafter schätzt die Differenz auf 20 bis 25 Prozent: „Für eine Krankenschwester macht das etwa 500 Euro aus – jeden Monat.“

Dabei arbeiteten etwa Physiotherapeuten im Mischbetrieb in beiden Häusern, eine Schicht verdiene das richtige Geld, die nächste ein Viertel weniger. Seit mindestens zwölf Jahren hätten die Beschäftigten keine Lohnerhöhung mehr bekommen. Der Tarifvertrag, nach denen man bezahlt werde, stamme noch aus dem Jahr 1995, erläutert Betriebsratsvorsitzender Jörg Damerau.

Seitdem habe es nur milde Gaben gegeben, mal eine Einmalzahlung, mal einen Tankgutschein, mal einen Bon für einen verbilligten Flug nach Dubai mit der Aufschrift „als Zeichen der Wertschätzung“. Meyer kopfschüttelnd: „Das habe ich zunächst nicht geglaubt.“

Verhandlungen mit der Gegenseite hat es zwar schon mehrfach gegeben, ein Angebot dagegen sei noch nicht vorgelegt worden. Deshalb geht man jetzt auf die Straße, zunächst nur im Rahmen einer „aktiven Mittagspause“ am Freitag, 26. April. Von 12 bis 13 Uhr werden die Passanten in der Fußgängerzone über die Missstände aus Arbeitnehmersicht aufgeklärt: „Was lange gärt, wird endlich Wut“. BR-Chef Damerau: „Wir lassen uns nicht länger abspeisen.“ Ziel sei es, gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu erreichen, über den Weg des Tarifvertrages für den Öffentlichen Dienst. Damit überhaupt noch Arbeitskräfte gefunden oder gehalten werden könnten, gebe es für einige Berufsgruppen Zuschläge.

Immer neue Gesichter

Ein Teil des Problems scheint darin zu bestehen, dass auf der Arbeitgeberseite immer wieder neue Gesichter auftauchen. Die Reha-Klinik Schwertbad, die Rheumaklinik und das Franziskushospital Aachen gehören nämlich zur Unternehmensgruppe Marienhaus, einer der größten Träger von sozialen Einrichtungen in Deutschland mit nach eigenen Angaben 13.800 Mitarbeitern und Sitz in Waldbreitbach, nahe dem Mutterhaus der Franziskanerinnen. In letzter Zeit saß aber bei den Verhandlungen der Geschäftsführer eines weiteren großen Kirchenkonzerns mit am Tisch, der Cusanus-Trägergesellschaft mit Sitz in Trier.

Die Arbeitgeberseite äußert sich vage. Die Gespräche mit Verdi über die Vergütungssituation liefen schon seit geraumer Zeit, berichtet Heribert Frieling, Leiter Unternehmenskommunikation der Marienhaus Holding GmbH. „Die Vertreter der Schwertbad GmbH haben in diesen Gesprächen die Situation in der stationären Rehabilitation offengelegt und zugleich deutlich gemacht, dass der von Verdi geforderte Tarif von einer Reha-Klinik derzeit nicht geleistet werden kann.

Momentan wird unternehmensintern die Neuorganisation des stationären Reha-Bereiches diskutiert. Eine Entscheidung wird bis Mitte des Jahres fallen.“ Anschließend werde man die Gespräche wieder aufnehmen, „um zu einer für beide Seiten zufriedenstellenden Lösung zu kommen“, teilt Frieling weiter mit. Was die Neuorganisation konkret bedeute, könne er momentan nicht weiter erläutern. Die Neubaupläne für die Rheumaklinik seien davon aber nicht berührt.

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