Aachen - Zollmuseum: Erben drohen mit Klage

Zollmuseum: Erben drohen mit Klage

Von: Martina Feldhaus
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Die Zukunft des Zollmuseums in Horbach – vorne im Bild ein Miniaturmodell des ehemaligen Zollübergangs Aachen-Lichtenbusch – ist ungewiss. Es soll bis Ende Januar 30.000 Euro aufbringen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Viel Zeit bleibt jetzt nicht mehr. Noch drei Wochen, dann läuft für Kurt Cremer und den Heimatverein Heydener Ländchen die Frist ab. Bis dahin müssen der pensionierte Zollbeamte und seine Mitstreiter 30.000 Euro aufbringen – wenn nicht doch noch ein Aufschub gewährt wird. Sonst sieht‘s für die Zukunft des Zollmuseums Friedrichs in Horbach, das der Verein betreibt, ziemlich düster aus.

Der Grund: Eine Erbengemeinschaft, in dessen Privatbesitz sich ein größerer, recht wertvoller Teil der Museumssammlung befindet, fordert die Auszahlung ihres Anteils. Und kurz vor Weihnachten hat sie nun über Anwälte mit Klage und sogar mit einer Zwangsvollstreckung gedroht. „Das ist uns natürlich ziemlich auf den Magen geschlagen“, sagt Cremer.

Neu ist die Geld-Forderung allerdings nicht: Seit drei Jahren steht sie im Raum. Seitdem haben Cremer und Co. immer wieder versucht, das Geld zusammenzubekommen. „Die Stadt hat auf ihre knappen Kassen verwiesen und will nicht als Käufer einspringen. Also habe ich große Stiftungen, aber auch bekannte Aachener Unternehmen angesprochen. Leider habe ich immer wieder Absagen kassiert.“

2012 habe Cremer dann sein Anliegen in verschiedenen politischen Ausschüssen vorgestellt. Unter anderem die Kulturpolitiker signalisierten in der Mehrheit, dass das Museum, das rund 3000 Exponate zur Zollgeschichte von der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit beherbergt, erhalten bleiben soll. Nur wie, das ist bislang ungeklärt. Ein paar Silberstreife am Horizont gibt es jedoch mittlerweile. Cremer: „Ich bin im Gespräch mit drei potenziellen Sponsoren, einer privaten und einer öffentlichen Stiftung und einem Unternehmen.“

Fördergelder akquirieren

Und auch die Stadt ist in Sachen Zollmuseum aktiv, wie Irit Tirtey, kaufmännische Leiterin des städtischen Kulturbetriebs, erklärt. Sie hat Kontakt zur NRW-Stiftung Natur, Heimat, Kultur sowie zum Landschaftsverband Rheinland aufgenommen, um Fördergelder für das Zollmuseum, das auch viele originale Schmuggelutensilien aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt, zu akquirieren. Doch zunächst einmal müssten überhaupt entsprechende Anträge gestellt werden.

Die wiederum müssen – so die Bedingung – eine Neukonzeption für das Museum enthalten. Tirtey: „Dafür wollen wir jemanden suchen, wenn die Politik ihr Einverständnis erklärt.“ Am 30. Januar steht das Thema deshalb auf der Tagesordnung des Kulturausschusses. „Das Museum braucht ein vernünftiges Konzept, eine gute Vermarktung und eine richtige Pädagogik. Das alles fehlt seit langem“, erklärt Tirtey. Fördergelder aber hingen von einer durchdachten Neukonzeption ab.

Bis Ende Januar jedenfalls dürfte eine solche kaum vorliegen. Und auch die Sponsoren-Zusagen, auf die Cremer und die anderen hoffen, hängen Entscheidungen, die zum Teil frühestens im April gefällt werden. Für die Betreiber des Museums Friedrichs tickt also weiterhin die Uhr ziemlich laut.

Die Bitte um einen Aufschub der Frist für die 30.000 Euro liegt bereits auf dem Schreibtisch der Erben-Anwälte. Alle hoffen nun, das er gewährt wird. Cremer bleibt optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Monaten alles in trockene Tücher bringen. Und dass das Museum bestehen bleibt. “

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