Aachen - Zeuge will Freund entlasten

Zeuge will Freund entlasten

Von: wos
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Aachen. „Acht Mal hat er den Olli mit dem Kopf auf die Windschutzscheibe gedonnert, Herr Richter, dabei bleibe ich.” Rene K. (24) war am Freitag Zeuge im Prozess gegen seinen Freund und Kumpel Oliver G. (24), der sich wegen versuchten Totschlags - begangen am 18. Juli nachts gegen 1.40 Uhr nahe der Pontstraße mit seinem Pkw - vor dem Aachener Schwurgericht verantworten muss.

Wäre Rene K. ein nicht so detailliert berichtender Zeuge gewesen, wäre er am Freitag vor dem Kammervorsitzenden Richter Gerd Nohl in arge Bedrängnis geraten. Denn eigentlich ist das Geschehen genau anders herum angeklagt.

Oliver G. soll einen vorbeigehenden jungen Mann von hinten angefallen und verprügelt haben. Der andere, der bereits seine Aussage vor Gericht gemacht hat, war offenbar stärker und konnte sich mit Erfolg wehren - wahrscheinlich in der oben beschriebenen Art und Weise. Denn der wahrscheinlich stark betrunkene Oliver G. hatte aus seinem Opel, den er an der Wüllnerstraße geparkt hatte, einen Baseballschläger holen und weiter prügeln wollen.

„Ich habe ihn daran gehindert”, erklärte Zeuge Rene K. am Freitag. Er konnte aber nicht verhindern, dass sein Kumpel sich in seinen Opel Astra setzte und mit geöffneter Fahrertüre auf den Gegner und andere Umstehende zu raste, eine Person rettete sich ins Gebüsch, den anderen erwischte G. mit der Vorderfront seines Wagens, der Getroffene fiel in die Windschutzscheibe und konnte sich dann aber nach eigenen Angaben aus der Gefahrenzone retten.

Der mutmaßliche Täter, der laut den Aussagen seiner Freundin eine erhebliche Zahl von Cocktails „und Kurzen” getrunken hatte, habe sich in einem aufgelösten Zustand befunden, weil er an dem Tag sowohl Ärger mit der Freundin als auch auf seiner Arbeitsstelle gehabt hat. Die ihm entgegenkommende Gruppe von Nachtschwärmern habe der dem Neonazi-Umfeld zuzurechnende Angeklagte grundlos angefallen - er fühlte sich wohl beleidigt. Der Prozess geht am kommenden Donnerstag weiter.
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