Aachen - Zeichen für Frieden und Toleranz

Zeichen für Frieden und Toleranz

Von: Astrid Meisen
Letzte Aktualisierung:
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Mehr als 100 Menschen haben in Walheim ein Zeichen für Toleranz und Frieden gesetzt. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Hinsehen statt wegschauen”, „Nie wieder Krieg” und „Gegen Ausgrenzung” steht in bunter Schrift auf den Transparenten, die am Dienstagabend den Gedenkmarsch in Walheim anführten.

Mehr als 100 Menschen formierten den Zug durch die Straßen Walheims, der nach einer Gedenkfeier in der Pfarrkirche St. Anna an den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren erinnerte. Mit dem Gedenkzug wollte die Pfarrgemeinde ein deutliches Zeichen für Menschenachtung, Völkerverständigung, Frieden und Toleranz setzen.

„Am Anna-Tisch, dem Stammtisch der Pfarrgemeinde, ist die Idee entstanden, am Antikriegstag einen Gedenkmarsch zu machen”, sagt Heike Muitjens aus dem Pfarrgemeinderat.

„Seit vor zwei Jahren in der Nacht zum Antikriegstag einige Walheimer Häuserwände, darunter auch die der Pfarrkirche, mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert worden waren, haben wir uns noch ein Stück weiter mit dem Thema beschäftigt”, sagt Pfarrer Hans-Georg Schornstein.

Während des Marsches hörte man - leider nur sehr leise -Êden Sirenenalarm, der aus einem Entwarnungston, einem Heulton und einem weiteren Entwarnungston besteht. Der Alarm sollte den Gedenkmarsch begleiten und den Leuten die Situation somit noch bewusster machen, die sich vor 70 Jahren abspielte.

Dagegen sei die Beteiligung von rund 100 Menschen mehr als in Ordnung gewesen, freut sich Pfarrer Schornstein. „Ich denke, dass die Leute, die uns in den Straßen gesehen und gespürt haben, einen Denkanstoß bekommen haben, der Wellen schlagen wird”, sagt er. Nach dem Gedenkmarsch versammelten sich alle am Kriegerdenkmal und sangen das Lied „We shall overcome”.

Am Pfarrheim St. Anna hängt seit einigen Jahren eine Gedenktafel, wie es in Aachen noch 41 weitere gibt. Darauf steht, dass das heutige Pfarrheim, das früher für Theateraufführungen oder das Gemeinschaftsleben genutzt wurde, 1941 von den Nationalsozialisten zu einem Gefangenenlager für 50 Juden gemacht wurde, in dem sie unter menschenunwürdigen Bedingungen leben mussten. Für diese Tafel in Walheim besteht eine Patenschaft, was sich die Kirchengemeinde für alle Tafeln in Aachen wünscht.
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