Aachen - Zehn Jahre „Fit for life” an der GHS Kronenberg

Zehn Jahre „Fit for life” an der GHS Kronenberg

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:
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Auch im Winter gibt es auf dem Schulgelände viel zu tun: Schülerinnen und Schüler der Klasse Berufsorientierung an der Hauptschule Kronenberg arbeiten in der Schülerfirma „Fit for life”. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Sie heißen „Fit for life” oder „Tu was”. Sie betreiben Gartenbau oder managen den Schulkiosk. Sie renovieren, tragen Zeitungen aus oder entrümpeln. Schülerfirmen sind wichtige Brücken für den Übergang von der Schule ins Berufsleben. Allein von den sechs Aachener Hauptschulen haben drei eine Schülerfirma.

„Fit for life”, die Schülerfirma an der Gemeinschaftshauptschule Kronenberg, kann in diesem Jahr ihr Zehnjähriges feiern. Lehrerin Ina Bruckmann begleitet das Projekt seit seinen Anfängen. „Eine Schule, die benachteiligte Kinder und Jugendliche besonders fördern will, muss auch neue und außergewöhnliche Wege einschlagen”, hieß es damals in der Konzeption. „Und das gilt noch heute”, so Bruckmann.

Berufsorientierung

Die Schülerfirma ist am Kronenberg zentrales Projekt für die Klasse Berufsorientierung (BO). In der BO lernen Mädchen und Jungen, deren Lebensweg nicht geradlinig verläuft. Manche müssen schwere Schicksale bewältigen. Diese jungen Leute haben es auch in der Schule nicht einfach. Etliche laufen Gefahr, an der Hauptschule keinen Abschluss zu erreichen.

„Wir müssen die Jugendlichen auffangen, sie motivieren, ihnen Mut machen”, sagt Ina Bruckmann. Nach vielen Misserfolgen haben die jungen Leute Angst zu versagen. Die Schülerfirma soll praktische Fähigkeiten vermitteln, aber auch helfen, die Schüler neu an den Lernstoff der Schule heranzuführen.

Für die BO-Klasse stehen deshalb allein montags sechs Stunden Praxis auf dem Stundenplan. Die Jugendlichen pflegen das Schulgelände, sie übernehmen kleine Reparaturen und verschönern die Anlage.

So lange wie die Schülerfirma besteht auch schon die Zusammenarbeit mit dem Mariahaus, einer Therapie-Einrichtung des Alexianer-Krankenhauses. Die Schüler helfen dort beim ökologischen Gartenbau. „Das klappt prima”, sagt Olaf de Vries, stellvertretender Heimleiter im Mariahaus.

Donnerstags sind Schüler aus der BO an der Käthe-Kollwitz-Schule oder am Berufskolleg für Gestaltung und Technik im Einsatz. Schwerpunkte: Hauswirtschaft und Textilgestaltung, Holz- und Metalltechnik. Und dann gibt es noch Wolfgang Franzen, Werkstattmeister der Jugendberufshilfe. Er restauriert mit jungen Leuten aus der BO ein altes Segelboot.

Schulleiter Norbert Koll ist ein überzeugter Verfechter des Projekts Schülerfirma. „Viele der jungen Leute erkennen erst in der Schülerfirma, dass sie handwerklich begabt sind”, berichtet er. Einer der Jungen weiß jetzt, dass er unbedingt Schreiner werden will.

Erfolg macht aber auch erfolgreich. Durch den Einsatz in der Schülerfirma klappt es mit dem Lernen besser, stellen die Lehrer seit Jahren fest. Ziel der BO-Klasse ist es, die Schüler zum Hauptschulabschluss nach Klasse 9 zu führen. „Aber 80 Prozent der jungen Leute entscheiden sich am Ende der neunten Klasse, noch ein Jahr länger zu bleiben und den Zehner-Abschluss auch noch zu packen”, freut sich Bruckmann.

Natürlich macht es nicht immer Spaß, im Sommer bei 30 Grad im Schatten den Rasen zu mähen oder im strömenden Regen Sträucher zurückzuschneiden. Aber die Schüler bleiben bei der Stange und lernen so nebenbei auch eine Portion Durchhaltevermögen. Und sogar finanziell ist „Fit for life” ein Gewinn. Die Stadt Aachen als Schulträger zahlt für die Pflege der Grünanlagen. Das Geld geht an den eigens gegründeten Förderverein ABS (Arbeit bildet Schüler). Die Schüler bekommen aus diesem Topf ein kleines Taschengeld ausgezahlt. Der Großteil des Geldes aber wird gespart für die Klassenfahrt. Und Ende Mai fahren sie dann alle miteinander nach Italien - an den Gardasee.
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