Zahl der Hilfebedürftigen wächst immer weiter

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Nahezu 59.000 Menschen in der Städteregion, das sind mehr als zehn Prozent der Einwohner, können ihren Lebensunterhalt nicht ohne finanzielle Unterstützung des Jobcenters oder des Sozialamtes bestreiten. Weitere rund 4000 überwiegend ältere Frauen und Männer erhalten Hilfen zur Pflege. Und es werden immer mehr Menschen, die auf staatliche Hilfen angewiesen sind.

Zwar sinkt die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die für sich und ihre Familien Hartz-IV-Leistungen erhalten, so die Verwaltung. Zugleich aber steigt die Zahl der Menschen, die im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit auf Hilfen angewiesen sind. So betreute das Jobcenter im Dezember 2011 mit knapp 51.000 Personen – darunter fast 14000 Kinder unter 15 Jahre – rund 3000 weniger als zwei Jahre zuvor. Im selben Zeitraum mussten aber beispielsweise rund 500 Menschen mehr beim Sozialamt Leistungen der Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung beantragen. Gut 6200 Frauen und Männer waren damit auf diese Hilfe angewiesen. Tendenz: steigend. Oder wie die Verwaltung es formuliert: „Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend in Zukunft weiter fortsetzt.“ Und die Zahl derer, die Sozialhilfe erhalten, ist seit Ende 2009 um gut 100 gestiegen.

Steigende Fallzahlen vermeldet die Stadtregion auch für den Bereich Pflege, sowohl bei den ambulanten als auch bei den stationären Hilfen. Allerdings enthält der Controllingbericht keine Vergleichszahlen zu den Vorjahren, weil die Auswertungskriterien verändert worden sind. Aufgeführt sind daher nur die Zahlen von Ende des Jahres 2011. Demnach erhielten 1100 Menschen, die in ihrer eigenen Wohnung leben, und rund 3000 Menschen, die in einem Heim leben, Hilfen zur Pflege. „Insgesamt ist jedoch davon auszugehen, dass die Anzahl der leistungsberechtigten Personen steigen wird. Dies ist vor allem in der demografischen Entwicklung begründet“, heißt es in dem Bericht.

Steigende Fallzahlen bedeuten auch steigende Kosten. Insgesamt hat die Städteregion 2011 rund 211,7 Millionen Euro an Sozialleistungen aufgebracht – rund 9,3 Millionen Euro mehr als im Jahr davor. Etwa 1,3 Millionen Euro davon sind durch die neu vom Bund eingeführten Leistungen für Bildung und Teilhabe für Kinder aus einkommensarmen Familien entstanden. Um 2,3 Millionen Euro sind die Aufwendungen für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gestiegen, beim Pflegewohngeld waren es 1,5 Millionen Euro, bei den Hilfen zur Gesundheit 1,2 Millionen Euro. Um den gleichen Betrag stiegen die Kosten für die Unterkunft und Heizung von Langzeitarbeitslosen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert