Xynthia lässt in Aachen große Schäden zurück

Von: Georg Dünnwald
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Mit großer Drehleiter war die Feuerwehr am Montag noch am Soerser Weg im Einsatz. Eine Birke wurde gefällt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Stadt warnt dringend: Der Öcher Bösch und auch die Parks sollten bis Ende der Woche nicht betreten werden. „Es kann immer noch was durch herunterhängende Äste, die noch nicht beseitigt wurden, passieren”, erklärt Axel Costard vom städtischen Presseamt.

Aachen nach dem Orkan. Xynthia hat sich verzogen, jetzt wird bilanziert und aufgeräumt. Immerhin ist die stürmische Dame mit bis zu 122 Kilometer in der Stunde über Aachen gebraust.

Brandamtmann Norbert Bechholz von der Berufsfeuerwehr spricht von 250 Einsätzen bis Montagmorgen. Den ganzen Tag über sind die Wehrleute am Montag wegen der Folgen, die Xynthia hinterlassen hat, auf den Beinen. „Gegen 15 Uhr ging es am Sonntag los, 226 mal mussten wir bis zum Abend ausrücken”, berichtet Bechholz. Meist sind es „nur” kleinere Einsätze, die die Feuerwehr zu bewältigen hat. Dennoch ist die Situation für die Frauen und Männer der Feuerwehr belastend. Immerhin, 80 Berufsfeuerleute sind ständig unterwegs, dazu kommen 229 Kameraden der freiwilligen Feuerwehren und 32 Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW). Bechholz: „Auf dem Iternberg hinter Walheim haben wird eine Vollsperrung veranlasst, weil dort gleich mehrere Bäume entwurzelt wurden, die sich über die ganze Straße verteilt haben.”

Bäume und fliegende Dachziegel sind am Sonntag das Problem der Feuerwehr. So machten sich an der Dreifaltigkeitskirche in der Zollernstraße gleich mehrere Dachpfannen selbstständig, an zahlreichen Gebäuden in der Stadt entstanden Schäden, vor allem an den Dächern. Nach Bechholz´ Angaben ist auch die Bahnstrecke in Richtung Mönchengladbach in Mitleidenschaft gezogen worden. „In der Höhe Richterich lagen mehrere Bäume auf den Schienen.

Auch die Beamten der Polizei waren im Dauereinsatz: „Wir haben vor allem den Verkehr geregelt und waren für Absperrungen zuständig”, erläutert Polizeisprecher Paul Kemen.

„Viele Kleinigkeiten müssen repariert werden”, teilt Dietmar Steinmetz, Obermeister der Dachdecker-Innung, mit. „Zunächst bedienen wir unsere Stammkundschaft”, erklärt Steinmetz, warum er und seine Kollegen auch Aufträge abgelehnt haben, vorerst zumindest.

„Wir haben einfach zu viel zu tun.” Schon am Sonntag sind die Handwerker unterwegs gewesen. „Kamine sind umgeschlagen, wir haben loses Baumaterial gesichert und sind Dachfirsten abgegangen.” Noch bis Ende der Woche werden die Dachdecker jede Menge Überstunden machen müssen, schätzt Steinmetz. „Allerdings ist es nicht so schlimm wie im Januar 2007, als Kyrill wütete.”

Costard bestätigt: „Alle Experten sagen, dass die Schäden zwar erheblich, aber nicht so groß sind wie vor drei Jahren.” Das Gemeindeforstamt habe keine sogenannten Flächenwürfe festgestellt, will heißen, große Flächen mit vielen Bäumen wurden nicht beschädigt, allerdings wurden mehr einzeln stehende Bäume Xynthias Opfer. „Die Verkehrsstraßen sind größtenteils geräumt”, gibt Costard an. Am Montagnachmittag sind die Aufräumarbeiten auf der Himmelsleiter und der Monschauer Straße noch in vollem Gange. „Die Mitarbeiter des Stadtbetriebs sind im Einsatz, wie haben auch Arbeiten an Fremdfirmen vergeben”, erklärt Costard, schließlich sind auch die Zufahrten der Bauernhöfe, die in Erbpacht von der Stadt vergeben wurden, von umgefallenen Bäumen zu räumen. Auch sind Dächer dieser Bauernhöfe abgedeckt worden.

Costard: „An Dachdecker wurden 35 Aufträge vergeben.” Schäden an Kindergärten, Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden müssen beseitigt werden, auf der Neuköllner Straße, vor den Berufsbildenden Schulen, ist eine Peitschenlampe umgekippt, auf dem Spielplatz Passstraße ist ein Spielgerät durch herabfallende Äste beschädigt worden. Der Spielplatz ist bis auf weiteres gesperrt. Auch auf Sportplätzen, beispielsweise von Hertha Walheim und Raspo Brand muss sich die Stadt engagieren. In Walheim ist ein Ballfangzaun kaputt, auf dem Raspo-Sportplatz ist ein Trainerhäuschen aus der Verankerung gerissen worden.

Costard bittet noch einmal eindringlich, Wald- und Parkwege bist Ende der Woche nicht zu betreten. „Das ist einfach zu gefährlich.” Zu den entstandenen Kosten kann Costard keine Angaben machen: „Um die zu ermitteln, brauchen wir noch einige Zeit.”
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