Whatsapp Freisteller

Wohnungssuche ohne Grenzen: Limburg lockt Studenten

Von: Christopher Gerards
Letzte Aktualisierung:
Wohnung Wohnungssuche
Wohnungsnot in Aachen: Auch Nachbarländer wollen die Notlage nutzen und Studenten Wohnraum im Grenzbereich anbieten. Symbolbild: dpa

Aachen. Klingt verlockend, Herr van Vegchel! „Wir müssten die Studenten eigentlich küssen oder in die Arme nehmen.“ Schöne Offerte, aber der Vorsitzende der Parkstad Limburg gibt sich dann doch zurückhaltender. Wohnungen sind fürs Erste auch nicht schlecht. Denn daran hakt’s in Aachen. Wohnungsnot heißt das Stichwort. Die acht niederländischen Gemeinden in Dr. Gerrit van Vegchels Parkstad Limburg sollen da Teil der Lösung sein.

Weil nämlich eine Flut an Studienanfängern auf Aachen zurollt, will die Stadt die buchstäblichen Grenzen des Wohnungsmarktes ausbauen. Suchenden Studenten soll das Wohnen bei den (ausländischen) Nachbarn schmackhaft gemacht werden. Entsprechende Ansätze haben deutsche und niederländische Verwaltungsvertreter jetzt vorgestellt.

Dabei ist das Wohnungs-Public-Viewing nicht neu in Aachen. So sagt Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp: „In den vergangenen zwei bis drei Jahren haben wir gemerkt, dass die RWTH und FH erfolgreich unterwegs sind. Heißt: Schon in den vergangenen Jahren kamen viele Studenten, herrschte Druck auf dem Wohnungsmarkt.

Doch 2013 liegen die Dinge noch komplizierter: Als Folge des doppelten Abitur-Jahrgangs strömen nach Schätzung der Verwaltung 10.000 Studienanfänger an die Hochschulen – knapp 3000 mehr als im Vorjahr. Zwar hat die Stadt mit der Kampagne „Extraraum“, www.extraraum-aachen.de, eine (kostenlose) Wohnungsbörse geschaffen; auch wird in Aachen fleißig gebaut, „viele hundert“ neue Wohnungen hat der OB gezählt. Aber: „Wir werden den Bedarf in der Stadt Aachen nicht decken können.“ Unterm Strich fehlen 2013 laut Verwaltung rund 1900 Bleiben für Studenten.

Deshalb sind die Nachbarn gefragt. Stolberg hat jüngst mit Flyern vor dem Super C geworben, jetzt hat Aachen mit seinen Nachbarn weitere veröffentlicht. Einer zeigt die Entfernungen möglicher Wohnorte zu Aachen – „wichtig für jemanden, der Aachen nicht kennt“, sagt Philipp. Ein anderer hilft jenen, die in die Niederlande ziehen möchten, bei Fragen zu Verwaltungsangelegenheiten.

Kostenloser ÖPNV

Schon jetzt finden sich auf der Wohnbörse Extraraum Inserate jenseits der Grenze. In Kerkrade ist überdies ein Komplex mit 30 Wohnungen für Studenten eingerichtet worden, von denen bisher drei vergeben sind.

Das deckt natürlich nicht den kompletten Aachener Bedarf. Thomas Hissel, Abteilungsleiter Wissenschaft und Europa bei der Stadt Aachen, spricht von einem „Testballon“. Eigentlich habe der Bau abgerissen werden sollen, sagt Peter Thomas, der für Wohnen und Planung zuständigen Beigeordnete der Gemeinde Kerkrade. Kerkrade verliere Einwohner, so dass mehr Wohnungen auf dem Markt seien, andere abgerissen würden. Doch nach Gesprächen mit der Stadt Aachen bleibt der Komplex nun stehen.

Wichtig fürs Portemonnaie ist eine weitere Maßnahme: Studentische Pendler sollen nicht doppelt zahlen müssen. Mit dem NRW-Ticket können sie nach Angaben der Stadt Aachen „kostenfrei“ den ÖPNV in der Region Parkstad Limburg nutzen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert