Wohnraum verschwindet und wird zum Luxusgut

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Das brisante Thema „Wohnen“ schied die Geister im „Aachener Dialog“ der Friedrich-Ebert-Stiftung in zwei widerstreitende Lager.

Die einen sprechen sich für mehr und gezieltere öffentliche Förderung im Wohnungsbau aus, andere votieren radikal für die Kappung sowohl von Wohngeld wie von Heizkostenzuschüssen, um überhöhte Mieten und horrende Energiepreise nicht weiter vom Steuerzahler finanzieren zu lassen. Einig aber war man sich im Forum M der Mayer‘schen, dass in vielen Städten die Wohnungsmiete sozial völlig unverträglich davonlaufen und zum Luxusgut werden.

Gerade in Hochschulstädten trete der Trend verstärkt auf. Auf dem Podium saßen unter Leitung von Prof. Emanuel Richter (Politikwissenschaft, RWTH) Ulla Schmidt (MdL), Johann Körfer (Fachbereichsleiter Wohnen, Stadt Aachen), Rouven Weßling (Ex-Sozialreferent Asta, RWTH) und der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips.

Rips stellte deutlich fest, dass in Deutschland etwa 750.000 Wohnungen fehlen, dies in den Ballungszentren und in den boomenden Städten wie etwa Aachen. Die Deutschen würden knapp 35 Prozent ihres Einkommens für die Unterbringung aufbringen müssen, ein Wert, der sozialverträglich bei höchstens 25 Prozent liegen dürfe. Bei geringverdienenden Familien steige die Rate für das Wohnen sogar auf „45 bis 50 Prozent“.

Ursächlich für die Mietsteigerungen sei das Abschmelzen von Sozialwohnungen, wie man sie früher genannt habe. Der öffentlich geförderte Wohnungsbau habe fürher bei rund acht Millionen Einheiten gelegen, heute seien das höchsten 1,5 Millionen. Preistreibend seien die Umlegung der Renovierungskosten mit 11,3 Prozent ebenso wie enorme Steigerungsraten bei der Wiedervermietung. Zu stoppen sei das durch die Ankurbelung öffentlich geförderten Wohnungsbaus mit einer gleichzeitigen Vereinfachung der Antragsstellung in den Bauverwaltungen , und Grundstücke müssten bereitgestellt werden.

„Wir müssen wieder einfacher bauen können“, meinte Rips dazu. Auch der genossenschaftliche Wohnungsbau solle nach vorne, er habe sich zunehmend „versteckt“. Großen Unmut zog erneut die im Preuswald tätige oder besser untätige Wohnungsgesellschaft Deutsche Annington auf sich. Vertreter der dortigen Bürgerinitiative warfen der Stadt öffentlich völlige Untätigkeit gegen die Machenschaften der Wohnungsgesellschaft im Preuswald vor.

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