Aachen - Wo Katzen und Ratten gemeinsam balancieren

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Wo Katzen und Ratten gemeinsam balancieren

Von: Nadine Preller
Letzte Aktualisierung:
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In nur zwölf Stunden steht das Drei-Tonnen-Zelt in der Senkrechten. Das Duo Slobi, Olga und Vladi, freuen sich auf den ersten Auftritt vor dem Aachener Publikum. Katze Fox und Ratte Carla sind mit von der Partie. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Was lange währt, wird endlich gut - ob der Volksmund auch recht behält, zeigt sich in den nächsten Tagen. Dann dürfen die Aachener Zuschauer beurteilen, ob sich das Durchhaltevermögen der „Henry Renz Manege” auch wirklich gelohnt hat.

Der Zirkus kämpft bereits seit Jahren um ein Gastspiel auf dem Aachener Bendplatz. Erst für das Jahr 2011 wurde dem Unternehmen der Wunsch gewährt.

Peter Krings, Geschäftsbereichsleiter Bendplatz, hat sich im Vorfeld schlau gemacht, die „Henry Renz Manege” in Düsseldorf besucht und war sofort begeistert: „Die Vorstellung hat unsere Erwartungen mehr als erfüllt”, erklärt Krings, der die Truppe im Handumdrehen für die kommenden Tage buchte.

Warum die Kooperation im Vorfeld nicht zustande kam? Krings kann nur für die vergangenen drei Jahre sprechen, so lange hat er das Amt des „Bendplatz-Hüters” inne. „Jährlich zeigen wir hier maximal drei Großveranstaltungen. Mehr ist einfach nicht drin.” Mit beispielsweise dem „Zirkus Roncalli” und dem langjährigen „FlicFlac”-Partner sei die weitere Auswahl immer schon sehr eingeschränkt gewesen.

Popcorn und Zuckerwatte

Kapazitäten hin oder her - ab dem morgigen Freitag, 28. Januar, beginnen nun endlich die Vorstellungen des Zirkus „Henry Renz Manege”. Dann erstrahlt der Bendplatz für rund eine Woche in geheimnisvollem Licht, dann zieht durch die umliegenden Straßen der Geruch von Popcorn und Zuckerwatte, und dann ertönt in den Abendstunden im Wechsel zur Musik das Klatschen hunderter Hände.


Am Mittwoch bereits hievten acht starke Männer das massige Drei-Tonnen-Zelt in die Höhe. Nur wenige Stunden dauerte es, bis das blaue, mit roten Sternen übersäte Hauptzelt in der Senkrechten stand.

90 eiserne Pflöcke

90 eiserne Pflöcke, gleich riesiger Nägel, wurden teils mit dem Kompressor, teils mit Hammer und echter Manneskraft in den Boden geschlagen. In wenigen Minuten waren die „Erdnägel” mit der Zeltplane verbunden, an Gurten festgezurrt und gesichert. Dann erneutes Sichern, Festzurren - immer wieder ging es für die Männer im Kreis, die alle Stahlseile, Gurte und Nägel x-Mal überprüften. Schließlich soll das Zelt, 40 Meter im Durchmesser, sicher für den Ansturm der täglich erwarteten 1400 Gäste sein.

Nach nur zwölf Stunden Schwerstarbeit steht das Prachtstück, inklusive Bestuhlung und Manege - selbst die Popcorn-Maschine ist bereits an ihrem Platz.

Während der großen Premiere am Freitag lässt es sich sogar der Aachener Märchenprinz Philipp I. nicht nehmen, samt Gefolge persönlich vorbeizuschauen. Und auch sonst setzt der Zirkus nicht auf das klassische 08/15-Programm. „Bei uns erleben die Leute eine Mischung aus Zirkus, Varieté und Theater”, verspricht Pressesprecher Manfred Künitz.

Auch Löwen, Elefanten und andersartige exotische Tiere sucht man vergebens. Haustiere wie Hunde und Ponys stehen auf dem Plan. Und in der Show reichen sich selbst Katz und Ratte die Pfoten, balancieren sogar gemeinsam. „Wir wollen zeigen, dass der Unterhaltungswert eines Zirkus nicht unbedingt vom Herkunftsland der Tiere abhängt”, sagt der Pressesprecher.

Die Auflagen der artgerechten Tierhaltung seien vollends erfüllt, wie Krings versichert. Und auch Künitz bestätigt: „Die Vierbeiner fühlen sich bei uns pudelwohl und haben genug Platz. In der Sommerpause können sie sich auf einem riesigem Areal im Freien austoben.”

Hommage an Michael Jackson

Nebst Tieren bietet die Manege ein hochrangiges Ensemble aus internationalen Artisten mit Spitzenausbildung, Trapezkunst, Comedy - „eben eine tempogeladene Show, ohne Staub, Muff und Filter”, bei der sogar eine Magic-Show als Hommage an Michael Jackson nicht fehlen darf. Selbst die Besucher werden von den Clowns nicht verschont und in das Programm mit einbezogen - allerdings, so verspricht Künitz, ohne lächerlich gemacht zu werden.

Jetzt liegt es nur noch an den Reaktionen des Aachener Publikums, ob sich aus dem einen Gastspiel ein Dauerbrenner entwickelt.
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