Aachen - Wissenschaft als gebaute Lego-Pyramide

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Wissenschaft als gebaute Lego-Pyramide

Von: Daniel Gerhards
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Auch so kann Wissenschaft auss
Auch so kann Wissenschaft aussehen: Beim Science Slam präsentieren fünf Nachwuchswissenschaftler ihre Forschungsprojekte auf ungewöhnliche und kurzweilige Weise. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wissenschaft findet oft im stillen Hinterzimmer statt. Und Vorlesungen vor der versammelten Studentenschaft bringen teilweise sogar interessierte Fachleute zum Gähnen. Beim ersten Aachener Science Slam brachten Nachwuchswissenschaftler ihre Forschung am Mittwochabend auf die Bühne des Jakobshofs - in äußerst witziger und kurzweiliger Form.

Das Konzept des Wettbewerbs ist einfach: Jeder Kontrahent - oder Slamer, wie sie sich selbst nennen - hat zehn Minuten Zeit, seine Arbeit auf möglichst unterhaltende Art und Weise zu präsentieren. Am Ende entscheidet das Publikum, wer gewinnen soll.

André Calero Valdez stieg als erster in den Ring. Er berichtete von seiner Arbeit an der Schnittstelle von Informatik zur Psychologie. Dabei gehe es um medizintechnische Geräte. Doch das interessiert den jungen Wissenschaftler nur am Rande: „Wissenschaft ist dann interessant, wenn man etwas über sich selber erfährt.”

So kam er zur Frage, wieso der Mensch lesen kann. „Was war zuerst da? Die Schrift oder der Bereich im Gehirn, der für das Verstehen der Schrift da ist?” Ein klassisches Henne-Ei-Problem. Seine Lösung: „Die Schrift ist ein eigennütziger Gedankenparasit.” André Calero Valdez redete über Diabetesgeräte, Gehirne und „Menschen als nackte Affen, die Ideen kopieren”. Kaum hatte er den Satz ausgesprochen, erschien der ehemalige Veretdigungsminister zu Guttenberg auf der Leinwand.

Dass Wissenschaft Menschen begeistern kann, zeigte der Zuspruch der Zuschauer. Der Jakobshof proppevoll. Das Publikum bedachte jede Pointe mit schallendem Gelächter.

Eine Menge Applaus bekam auch Matthias Stahnke. Er sprach über die Auswirkungen der Entstehung des Mondes auf die frühe Erdgeschichte. „Das baut auf drei Thesen auf, die ich mir vor ein paar Jahren ausgedacht habe”, erklärte Stahnke. Eine seiner Thesen: „Leben braucht Festland, um technologische Intelligenz zu entwickeln.” Die Erklärung lieferte er gleich mit: „Unter Wasser gibt es das nicht.”

In perfektem „Denglisch”: Die Rolle der Hände

Professor Bob William berichtete über seine Forschung an Dingen des Alltags: „Was machen wir mit unseren Händen, wenn wir denken?” In klarem „Denglisch” berichtete der US-Amerikaner von verschiedenen Arten zu Zählen und Dinge mit den Händen zu erforschen. Dabei gewann er sein Publikum durch Gesangseinlagen und witzige Anekdoten.

Ziemlich Abstrakt war das Thema von Marcel Meier. Er sprach über kognitive Automatisierung. Doch er veranschaulichte seine Arbeit auf denkbar einfache Weise: Auf der Bühne ließ er von einer Zuschauerin eine Lego-Pyramide zusammenbauen.

Am Ende wurde per Akklamation - der wohl ältesten wissenschaftlich anerkannten Abstimmungsmethode - ein Sieger gekürt. Knapp war es, doch das Publikum favorisierte André Calero Valdez. Als Preis erhielt der Nachwuchswissenschaftler mit Bühnentalent ein paar gelbe Boxhandschuhe.
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