Aachen - Wird Richtericher Dell eine „Klimaschutzsiedlung“?

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Wird Richtericher Dell eine „Klimaschutzsiedlung“?

Von: Werner Czempas
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Aachen. Das umstrittene Neubaugebiet Richtericher Dell könnte „Klimaschutzsiedlung“ werden. Um den Status will sich jedenfalls die Stadt bewerben, sofern die politischen Gremien zustimmen.

Der Planungsausschuss entscheidet am 11. April darüber. Auch im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss stand das Thema jetzt an, doch hatten die Politiker der umfangreichen Verwaltungsvorlage nichts hinzuzufügen. Sie nahmen das Papier ohne weitere Debatte kommentarlos „zur Kenntnis“.

Die Stadterweiterung Richtericher Dell im Aachener Nordwesten soll im ersten Bauabschnitt 188 Wohneinheiten umfassen. Weitere Reserveflächen sind für rund 800 Wohneinheiten vorgesehen.

„100 Klimaschutzsiedlungen in NRW“ heißt das Programm. Es zählt zur nordrhein-westfälischen Energie- und Klimaschutzstrategie. Ziel: wärmebedingte CO2-Emissionen in Wohnsiedlungen zu reduzieren, um damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Über das „innovative Energiekonzept“ hinaus sollen sich die „Klimaschutzsiedlungen“, um langfristig einen qualitätsvollen Wohn- und Lebensraum zu bieten, zudem durch „besondere städtebauliche und soziale Qualitäten” auszeichnen. Beispielsweise durch ein einheitliches Architekturkonzept zur Gebäudekubatur und Dachform oder ein einheitliches Material- und Farbkonzept für die Fassaden und Dachflächen. Es geht um den „ganzheitlichen Ansatz einer nachhaltigen Stadtentwicklung beziehungsweise Quartiersentwicklung”, wie es im Fachjargon heißt.

Klimaschutzsiedlungen werden aus dem Landesprogramm „progres.nrw“ gefördert. Vorangebracht werden sollen damit die „breite Markteinführung der Techniken zur Nutzung erneuerbarer Energien“ und eine rationelle Energieverwendung. Bauherren in Klimaschutzsiedlungen erhalten deshalb besondere Förderungen.

4700 Euro Zuschuss

So gewährt das Land unter anderem einen Zuschuss in Höhe von 4700 Euro pro Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhaus, wenn das Gebäude dem Passivhaus-Standard entspricht. Auch werden Mittel bereitgestellt für Lüftungsanlagen, thermische Solaranlagen und Photovoltaik-Anlagen. Ebenso wird bis zu 80 Prozent Messtechnik zur Energieverbrauchserfassung und -auswertung unterstützt.

Das Land hat bisher 46 Siedlungen den Status „Klimaschutzsiedlung“ verliehen. Drei Siedlungen, alle wesentlich kleiner als Richtericher Dell, sind fertiggestellt, die anderen sind im Bau oder in der Planung. Die Energie-Agentur-NRW und das Düsseldorfer Klimaschutz-Ministerium begrüßen jedenfalls nach ersten Gesprächen mit der Verwaltung, wenn sich die Stadt mit dem Neubaugebiet Rich–tericher Dell für das Programm bewerben würde. Der Status „Klimaschutzsiedlung“ werde als positiver Imagefaktor bewertet. Bauvorhaben beziehungsweise Grundstücke in solchen Quartieren würden verstärkt nachgefragt. Langfristig könnten die Energiekosten deutlich reduziert werden, was für Bauherren zunehmend an Bedeutung gewinne.

Auch die Verwaltung sieht in der Teilnahme am Programm „eine große Chance“. Dem Projekt Richtericher Dell könnte ein „wichtiges Qualitätsmerkmal“ verliehen und der Status „bei der weiteren Profilbildung und Vermarktung des Gebiets“ genutzt werden. Es handele sich um eine „geradezu vorausschauende und verantwortungsvolle Planung“, da die EU-Gebäuderichtlinie ab 2020 Null-Energie-Häuser vorschreibe. In Richtericher Dell können Baumaßnahmen frühestens 2016 beginnen.

Auswahlkommission

Als nächsten Schritt der Bewerbung müsste die Stadt ihr Siedlungskonzept Richtericher Dell bei der Auswahlkommission des Landes vorstellen. Die Kommission entscheidet über den Status „Klimaschutzsiedlung“.

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