Winterlauf: 18 Kilometer mit „knackigen Anstiegen“

Von: Nils Heinichen
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Dicht gedrängt ist das Läuferfeld kurz nach dem Start unterwegs. 2500 Läuferinnen und Läufer kämpfen beim Jubiläumswettbewerb, dem 50. ATG-Winterlauf, um Platzierungen und ums Durchhalten. Foto: Martin Ratajczak
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„Quasi die letzte Herausforderung vor Weihnachten“: Jürgen von Brandt (links) und Reinhold Weiss vor dem Start im Vichtbachtal.

Aachen. „Das ist quasi die letzte Herausforderung vor Weihnachten“, sagt Jürgen von Brandt. Was der 60-Jährige meint, sind die vor ihm liegenden 18 Kilometer beim 50. Winterlauf der Aachener Turngemeinde (ATG). „Ich laufe jetzt zum fünften Mal mit, das ist jetzt schon Tradition geworden“, erzählt Brandt. „Unter zwei Stunden“, hofft er, „möchte ich ganz gerne bleiben“.

Sein Mitstreiter Reinhold Weiss hat sich in diesem Jahr keine großen Ziele gesteckt. „Ich habe nicht viel trainieren können, weswegen meine Bestzeit von einer Stunde und 24 Minuten wohl nicht drin sein wird“, spekuliert der 49-jährige Aachener kurz vor der Abfahrt zum Start in der Eifel. Per Shuttlebus geht es vom Ziel am Chorusberg zunächst zum Startpunkt.

Wie in jedem Jahr begeben sich die rund 2500 Teilnehmer in Mulartshütte im Vichtbachtal auf die Strecke. Mitglieder der Aachen Vampires bilden eine lebende Startlinie, die sich nach dem Startschuss auflöst. „Das hat sich etabliert“, erklärt der Abteilungsleiter der ATG und Hauptorganisator, Günter Drießen. Auf anspruchsvoller Strecke geht es dann über Venwegen, Kornelimünster und Brand zurück.

Samba-Musiker heizen ein

„Die Läufer müssen auf unterschiedlichen Bodenbelägen klarkommen. Sie laufen auf Asphalt, aber auch auf Feld- und Waldwegen. Dazu kommen einige knackige Anstiege“, weiß der Organisator aus eigener Erfahrung. Unterwegs können die Teilnehmer an drei Verpflegungsstellen ein wenig verschnaufen. Dazu sorgt eine Samba-Band für die letzten Motivationsschübe.

Das Besondere an der Strecke ist auch, dass sie ein sogenannter Punkt-zu-Punkt-Lauf ist. „Das ist relativ selten und liegt an der Entstehung des Volkslaufs“, berichtet Drießen. Dieser entstand kurz vor Weihnachten im Jahr 1963 durch eine Wette des langjährigen Organisators des Laufs, Klaus Wintgens. Dabei ging es darum, schnellstmöglich vom Vichtbachtal zum Sportplatz am Chorusberg zu gelangen. Seit dem Tod von Klaus Wintgens im Jahr 2010 wird ihm zu Ehren der Klaus Wintgens-Gedächtnispreis verliehen.

Inzwischen ist der Winterlauf zu einem traditionsreichen Wettbewerb geworden. „In erster Linie ist es ein Volkslauf für Freizeitläufer. Innerhalb von drei Tagen waren alle Startplätze vergeben. Das ist Rekord und sagt alles“, ist Drießen stolz auf die große Beliebtheit der Veranstaltung. „Wir hätten sogar mehr als 3000 Läufer starten lassen können“, ergänzt er. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums erhält jeder Teilnehmer nach Bewältigung der 18 Kilometer langen Distanz eine „Finisher-Tüte“. „Die ist dem Jubiläum angemessen entsprechend gefüllt“, verrät der Abteilungsleiter. Möglich wurde dies durch die Unterstützung von Intersport Drucks, der Bäckerei Nobis und der Technikerkrankenkasse.

Ein Aachener auf Platz 2

Bevor es dann pünktlich um elf Uhr losgeht, hat Günter Drießen nur noch eine Hoffnung. „Hoffentlich verletzt sich keiner, und alle kommen wohlbehalten ins Ziel“, wünscht er sich.

Nach ziemlich genau einer Stunde hat der Erste es dann auch schon geschafft. Christoph Lohse aus Wattenscheid verweist vor lautstarker Kulisse den für die Aachener Engel startenden Rachid Ezzouniou um fünf Sekunden auf Rang zwei.

Noch eine Stunde später sind schließlich auch Jürgen von Brandt und Reinhold Weiss im Ziel. „Es hat wieder viel Spaß gemacht, wobei es auf der Strecke schon mal sehr schwierig ist“, sagt von Brandt erleichtert. „Da fragt man sich dann schon manchmal, warum man sich das antut“, pflichtet ihm Reinhold Weiss bei. „Man ist immer wieder überrascht, wie lang die Strecke eigentlich ist. Gerade das Brander Feld zieht sich unheimlich. Das richtig deprimierend, wenn man gerade aufs Brander Feld kommt und die Ersten schon wieder weg sind“, berichtet von Brandt mit einem leichten Schmunzeln. „Ich bin aber sehr zufrieden, ich habe mein Ziel erreicht“, freut er sich.

Sein Lauffreund Reinhold Weiss ist ebenfalls glücklich. „Etwas über eineinhalb Stunden sind aufgrund meines momentanen Trainingsstandes völlig okay“, sagt der 49-Jährige. „Da ich es etwas lockerer anging, bin ich jetzt auch nicht so kaputt“, fügt er an. „Im nächsten Jahr bin ich bestimmt wieder dabei.“

Das Gleiche gilt sicher auch für den am Ende sichtlich erleichterte Hauptorganisator Günter Drießen, der ein positives Fazit zieht: „Es ist wieder einmal alles super gelaufen. Mein Dank gilt den Sponsoren und den zahlreichen freiwilligen Helfern, ohne die die Veranstaltung nicht Jahr für Jahr stattfinden könnte.“ Zudem habe auch noch das Wetter standgehalten: „Von daher sind wir sehr zufrieden.“ Mehr dazu auf Seite 20

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