Aachen - Wintergarten im Karree ruft Denkmalpfleger auf den Plan

Wintergarten im Karree ruft Denkmalpfleger auf den Plan

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Teile der denkmalgeschützten Fassade der alten Hauptpost verschwinden seit neuestem hinter einem Vorbau, an dem sich Passanten und Denkmalschützer stören. Ob der Wintergarten für ein neues Café bleiben kann wie er ist, soll sich nächste Woche entscheiden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Noch vor der Eröffnung gibt es Ärger um eine neue Gaststätte im Kapuziner-Karree. Ein kürzlich errichteter Vorbau irritiert nicht nur Passanten, sondern hat nun auch die Denkmalpfleger auf den Plan gerufen. „Wer hat wohl diese Verschandelung genehmigt“, will ein verärgerter Bürger in einem Schreiben an Monika Krücken, Leiterin der städtischen Denkmalpflege, wissen.

 Die Antwort ist kurz und schlicht: Niemand. Denn ein Bauantrag ist erst gar nicht gestellt worden, wie Hans Poth, Pressesprecher der Stadt, auf Anfrage mitteilt.

Eine Genehmigung wäre wohl auch nicht so einfach erteilt worden, denn die rückwärtige Fassade der ehemaligen Hauptpost steht unter Denkmalschutz. Aus Sicht der städtischen Denkmalpfleger ist der Wintergarten aus Alu und Kunststoff schwerlich mit dem Denkmalschutz vereinbar. Das Erscheinungsbild des Baudenkmals werde schwer beeinträchtigt, heißt es.

„Unglückliche Umstände“

Für kommenden Montag ist nun ein Ortstermin mit dem Pächter angesetzt, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Mit dabei: Elmar Schaumann, Verwalter des Kapuziner-Karrees. Er hofft, dass der Fall „im Konsens“ gelöst werden kann und spricht von „unglücklichen Umständen“, die zu dem Zwist geführt haben. „Da ist sicher ein Fehler gemacht worden, wir stehen in Verhandlungen und hoffen, das beheben zu können.“

Ob der Wintergarten für das neue Café mit Cocktailbar „Scenario“ bleiben kann, ist somit offen. Er soll insbesondere den Rauchern auch im Winter den Aufenthalt angenehmer machen. „Das ist ja eine Ecke, die nicht gerade von Sonne durchflutet wird“, meint Schaumann, der dem neuen Mieter gerne helfen würde. Zuvor residierte an gleicher Stelle die Cocktailbar „Liebreiz“.

Über Leerstand kann Schaumann im Kapuziner-Karree hingegen nicht klagen: „Wir sind zu 99,7 Prozent vermietet.“ Aktuell sei lediglich eine Büroeinheit von 62 Quadratmetern zu vergeben.

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