Windstärke 10 lässt Ross und Reiter pausieren

Von: dd/hr/mg
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Bedrohliche Wolken zogen am Mittwochnachmittag über dem Turniergelände in der Soers auf. Die Zeltstadt wurde sicherheitshalber geschlossen, die Prüfungen unterbrochen. Doch nach einem kurzen Gewitter mit reichlich Regen war der Spuk wieder vorbei. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Das war knapp: Über Aachen fegte am frühen Mittwochabend ein schwerer Sturm mit 98 km/h, das ist Windstärke 10. Zwei Stundenkilometer mehr, und man hätte das Naturereignis offiziell Orkan nennen dürfen. „Allerdings war der Regen mit rund elf Litern je Quadratmeter in einer knappen Stunde sehr heftig”, sagte Meteorologe Michel Eichner von der Wetterwarte am Wingertsberg. <br />

Auch der Temperatursturz sei beachtlich gewesen. Hatte Eichner um 17.38 Uhr noch 30,7 Grad Celsius gemessen, so zeigte das Thermometer um 17.59 Uhr nur noch 18,9 Grad. „Das Gewitter, das über die Stadt zog, war allerdings nur mäßig”, zog Eichner ein Fazit.

Als die Unwetterwarnung gegen 16.30 Uhr beim Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) auf dem Turniergelände eintraf, begannen dort unverzüglich die Vorbereitungen.

„Wir haben alle Zuschauer gebeten, die Zelte zu verlassen”, beschrieb ALRV-Sprecher Niels Knippertz, „dann haben wir die Zelte geschlossen, damit sich der Wind nicht darin verfangen kann.” Schon gegen 17.30 Uhr waren alle Zelte - sowohl die Ladenstadt als auch die großen Restaurantzelte - dicht.

„Die Zuschauer wurden über Lautsprecher aufgefordert, auf den Tribünen zu bleiben”, berichtete Knippertz. Die am Nachmittag laufenden Prüfungen, der Preis der Städteregion im Springstadion sowie der Grand Prix im Dressurstadion, wurden zunächst unterbrochen. Und dann brach in der Soers der Sturm los. Mülltonnen wurden umgeschleudert, die Hindernisse fielen - ganz ohne Pferd - um.

Auch die Zuschauer ohne Tribünenkarten wurden daraufhin auf die Tribünen geschickt - und zwar ganz nach oben. Als sich dann nach ein paar Blitzen samt Donner zeigte, dass der Sturm doch nicht ganz so schlimm würde, feierten sich die Zuschauer unterm Tribünendach selbst mit der Welle.

Bereits vor 19 Uhr konnte dann die Springprüfung fortgesetzt werden, der Dressur-Grand-Prix folgte kurz darauf. „Beim CHIO war alles recht problemlos”, bestätigte Wolfgang Steffens, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr.

Bäume stürzen um

Allerdings hatte die Wehr beim CHIO große Vorsorge betrieben. Drei Feuerwehrzüge, zwei von der Freiwilligen Wehr und einer von der Berufsfeuerwehr, standen mit 58 Feuerwehrleuten in Bereitschaft, so Steffens. Sogar der Direktionsdienst der Feuerwehr sei vor Ort gewesen.

Bei der Polizei und der Feuerwehr liefen während des Sturms die Telefone heiß. „In der gesamten Städteregion hatten wir etwa 40 Einsätze wegen des Unwetters”, teilte Jürgen Dickler von der Einsatzleitstelle der Polizei fest. Glücklicherweise seien keine Personenschäden zu beklagen gewesen.

Die Feuerwehr zählte 50 Einsätze alleine in der Stadt Aachen. Bäume waren umgefallen, Äste abgebrochen und Kanaleinläufe verstopft. Einige Straßen waren durch Äste, Zweige und Laub stark verunreinigt. „Und dazwischen hatten wir noch einen Kochtopfbrand in der Vaalser Straße zu löschen”, so Einsatzleiter Steffens. Insgesamt war die Feuerwehr mit 250 Kräften im Einsatz.
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