Windräder müssen etwas schrumpfen

Von: Gerald Eimer
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Erneute Probleme im Genehmigungsverfahren: Die geplanten Windkrafträder im Münsterwald auf Aachener Stadtgebiet könnten den Flugbetrieb gefährden. Deshalb müssen sie nun schrumpfen. Foto: stock/Rode

Aachen. Mehrere der in Planung befindlichen neuen Windräder auf dem Aachener Stadtgebiet werden wohl kleiner ausfallen müssen, als bisher geplant. Bestimmte Anlagetypen sind möglicherweise nicht mehr genehmigungsfähig.

Das teilte Klaus Meiners vom städtischen Fachbereich Umwelt am Dienstag den Fachpolitikern mit. Der Grund sind offenbar neue Bestimmungen zu den Höhenbegrenzungen der Windräder. Das ohnehin schon schwierige und langwierige Genehmigungsverfahren für die insgesamt elf geplanten Windkraftanlagen im Aachener Norden und im Münsterwald gestaltet sich somit nun noch ein wenig komplizierter. „Die Höhenbegrenzung bereitet uns Probleme“, sagt Meiners, ohne schon konkreter auf die Umstände eingehen zu können.

Da der Flugbetrieb nicht durch gigantische Rotoren gefährdert werden darf, sollen auch für die Aachener Windkraftanlagen maximale Obergrenzen über Normalnull festgelegt werden. Auswirkungen hat dies auf all jene Anlagen, die in ansteigenden Hanglagen diese Obergrenzen überschreiten würden. Sowohl im Aachener Norden, als auch im Münsterwald könnten laut Meiners „zwei bis drei Anlagen“ betroffen sein.

Bislang ging die Stadt im laufenden Genehmigungsverfahren von rund 185 Meter hohen Musteranlagen aus. Je nach Gelände könnten nun einige Windräder gut zehn Meter niedriger ausfallen. Für Laien dürfte das im Landschaftsbild ein kaum wahrnehmbarer Unterschied sein. Auswirkungen dürfte dies jedoch auf die Energieausbeute und die Rentabilitätsberechnungen der Investoren haben. Je höher sie hinauskönnen, desto größer sind in aller Regel auch die Stromerträge.

Meiners betonte erneut, dass die Baumfällungen und Rodungen für die besonders umstrittenen sieben Windräder im Münsterwald erst erfolgen, wenn die „Genehmigungen umfänglich und in Gänze vorliegen“. Nach wie vor ist die Fachverwaltung jedoch davon überzeugt, dass eine von den Umweltverbänden geforderte Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nicht erforderlich sei. „Wir haben sehr viele differenzierte Untersuchungen“, betont Meiners. „Die Frage ist, ob es noch offene Punkte gibt, die eine UVP-Pflichtigkeit auslösen. Wir gehen nicht davon aus.“ Klarheit soll ein externes Gutachten bringen, das in etwa zwei Wochen vorliegen soll.

Für die Befürworter der Windräder im Wald erklärte auch Jochen Luczak (Grüne), sich gewundert zu haben, „wie der Eindruck entstehen kann, dass wesentliche Dinge nicht geprüft wurden“. Fragen zum Natur- und Artenschutz, zur Lärmbelastung, zu den Wohnbebauungsabständen und mehr seien längst abgearbeitet.

„Nicht vergleichbar“

Demgegenüber betonte Dieter Formen als Vertreter der Umweltverbände erneut, eine Umweltverträglichkeitsprüfung für unverzichtbar zu halten. „Die bisherigen Untersuchungsmethoden sind mit der UVP nicht vergleichbar.“ Die Umweltverbände halten Standorte auf Avantis oder außerhalb des Stadtgebiets für geeigneter als den Münsterwald. Weitere juristische Auseinandersetzungen – und damit auch weitere Verzögerungen beim Bau der Windräder – sind demzufolge zu erwarten.

Die Stadt geht nach jetzigem Stand davon aus, dass pro Windrad – abhängig vom Anlagetyp – 0,7 Hektar (7000 Quadratmeter) Wald dauerhaft verloren gehen. Weitere für den Bau nötige Flächen würden wieder aufgeforstet. Zudem seien Ausgleichspflanzungen geplant. Alles in allem sollen durch die sieben neuen Anlagen dereinst rund 25.000 Haushalte mit Strom versorgt werden können.

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