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Windpark Nord: Nicht vier, sondern fünf Windräder

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Viel Wind ist in Aachen gemacht worden, vor allem um die Windräder im Süden. Im Münsterwald, wo sieben riesige Energieanlagen errichtet werden, sind bekanntlich 8800 Quadratmeter Wald gerodet worden, so groß wie zwölf Fußballfelder und zum Unwillen einer Bürgerinitiative. Weitgehend stiller ist die Planung von Windanlagen im Norden Aachens über die Bühne gegangen, wo jetzt mit der Realisierung des dortigen Windparks begonnen worden ist.

Dabei werden die Windräder, die dort errichtet werden, weitaus stärker die Landschaft prägen als im Süden. Die dortigen Fläche liegen vergleichsweise hoch (und sind deshalb auch so windträchtig). Schon die bereits zwischen Orsbach und Vetschau stehenden Anlagen sind kilometerweit von allen Seiten zu sehen. Dabei sind diese vergleichsweise winzig gegenüber ihren neuen Kollegen, die 199 Meter bis zur Spitze messen werden, knapp drei Mal so hoch wie der Turm des Aachener Doms (74 Meter).

Drei Anlagen werden in Höhe des Gewerbegebiets Avantis hochgezogen, die Vorbereitungen dafür sind bereits im Gange. In einem späteren Stadium werden zwei weitere, genauso groß, auf den Feldern zwischen Richterich und Horbach hinzukommen, alle fünf Standorte liegen jeweils nur wenige hundert Meter von der nächsten Bebauung und/oder der niederländischen Grenze entfernt.

Bislang ist noch wenig von den Arbeiten zu sehen. Angelegt ist bislang nur eine Baustraße zwischen Silberpadweg und Laurensberger Straße, der Verlängerung der Hauptstraße in Vetschau in Richtung in Richtung Niederlande. Der komplette Bauverkehr – inklusive des Transports der bis zu 30 Meter langen Einzelteile per Schwerlaster – soll über die engen Straßen des ländlichen Bereichs abgewickelt werden, die deshalb allerdings noch ertüchtigt werden müssen.

Zunächst erfolgt die Anlieferung der Baustoffe für die Herstellung der Wege und Kranflächen. Für die Arbeiten am Windradfuß ist jeweils nur ein Tag Bautägigkeit erforderlich, erklärt Stawag-Spreche­rin Eva Wußing: „Die Lkw werden von der Autobahn über den Bocholtzer Weg, Silberpadweg, Vetschauer Weg und die Laurensberger Straße geleitet.“ Die Schwertransporte für den Kran und die Rotorblätter erfolgten auf alle Fälle nachts, wo nötig würden Kurvenradien vorübergehend vergrößert. Derzeit gibt es eine Beschwerde wegen der Bautransporte, in Gesprächen mit einer Anwohnerin soll noch eine Lösung gefunden werden.

Die drei Windräder, die dann im Umfeld des Alten Heerler Wegs in Höhe von Avantis errichtet werden, haben eine Leistung von je 3,3 Megawatt und erfordern eine Investition von 18 Millionen Euro, die größtenteils von Tochterfirmen der Stawag aufgebracht werden. Wußing: „Derzeit gehen wir davon aus, dass die Anlagen im Herbst am Netz sein werden. Sie erzeugen zusammen jährlich rund 22,5 Millionen Kilowattstunden grünen Stroms.“

Noch nicht über die Planungsphase hinausgekommen ist die Anlage der beiden anderen Windräder im Bereich der Laurensberger Straße. Der Baubeginn dort ist abhängig vom Ausgang eines Normenkontrollverfahrens, das ein Landwirt angestrengt hat, weil bei der Auswahl der Windkonzentrationsflächen Fehler gemacht worden seien – der Kläger verfügt dort über Grund und Boden.

Dass nicht vier (wie zur Zeit noch auf der Seite der Stadt Aachen zu sehen), sondern fünf Windräder im Windpark Nord errichtet werden, habe sich erst in der Feinabstimmung ergeben, sagt die „Centerleiterin Kommunikation und Marke“. Schließlich seien im Münsterwald anfangs ja zehn Anlagen vorgesehen gewesen, und dort sei man auf sieben heruntergegangen.

Für den Süden gebe es noch keine konkrete Zeitplanung, Tatsache sei aber, dass die Hälfte der Bäume, die dort abgeholzt worden seien, an Ort und Stelle würde aufgeforstet würden, außerdem würden im Bereich Entenpfuhl auf 25 000 Quadratmetern Ausgleichspflanzungen von Bäumen vorgenommen: „Den Windparks sind lange Planungs- und Prüfprozesse der Stadt Aachen (Ausweisung von Flächen, Genehmigungen etc.) und ein politischer Entscheidungsprozess vorausgegangen. Vielen ist das nicht bewusst, weil das Thema schon über so viele Jahre in der Bearbeitung ist.“

Wußing verweist darauf, dass in einer repräsentativen Marktforschung zum Thema erneuerbare Energien in Aachen 81 Prozent der Aachener die Energiewende als sehr wichtig bezeichnet hätten und 78 Prozent die Planungen zum Ausbau der Windenergie befürworteten.

„Wir nehmen natürlich Kritik von Anwohnern ernst, gleichwohl sind wir davon überzeugt, dass die Zukunft den erneuerbaren Energien gehört“, betont Wußing. Auch wirtschaftlich sei das für die Stawag „sehr bedeutsam, weil die erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag zum Unternehmensergebnis leisten“.

Bis 2020 wolle man rund 600 Millionen Kilowattstunden grünen Strom jährlich erzeugen: „Das entspricht dem Verbrauch beispielsweise aller Aachener Haushalts- und Gewerbekunden.“

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