Windpark Nord: Die neuen Riesenräder gehen ans Netz

Von: Heiner Hautermans
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Arbeiten in schwindelerregenden Höhen: Ein gigantischer Kran hat die Einzelteile der Windräder bis in 140 Meter Höhe gehievt. Sobald der Wind nachlässt, soll der Kran auf den Feldern im Aachener Norden abgebaut werden. Foto: Stawag/Bernd Stuhlmann
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Arbeiten in schwindelerregenden Höhen: Ein gigantischer Kran hat die Einzelteile der Windräder bis in 140 Meter Höhe gehievt. Sobald der Wind nachlässt, soll der Kran auf den Feldern im Aachener Norden abgebaut Foto: Stawag/Bernd Stuhlmann
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Alt und neu: Die fünf neuen Windkraftanlagen im Vordergrund gehen in der kommenden Woche ans Netz, im Hintergrund sind die alten Windräder bei Vetschau zu erkennen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Windpark Nord mit fünf Riesenrädern steht. Neben dem zuletzt errichteten reckt sich immer noch ein 160 Meter hoher Riesenkran in den bedeckten Himmel. Nicht weil er noch gebraucht würde – er hat seine Pflicht erfüllt. Bis zu 83 Tonnen schwere Teile hat der Gigant Ende letzter Woche auf die schwindelerregende Höhe von 140 Metern gehoben: die Gondel und Nabe eines Riesenwindrades und die 60 Meter langen Rotorblätter.

Eigentlich könnte der Kran schon abgebaut sein, doch dafür ist es derzeit zu windig. An der Spitze schwankt das Stahlungetüm bis zu zwei Meter hin und her, schätzt Frank Brösse, Geschäftsführer der Stawag Energie GmbH, zusammen mit der Juwi AG Bauherr im Windpark Nord.

Wie ist das, wenn ein solches Riesengerippe derartige Schwergewichte in die Höhe ziehen muss? Robert Schade, Leiter der Bauabteilung, zuckt mit den Schultern, das Ganze sei für die Mitarbeiter der beauftragten Fachfirmen Routine: „Man muss aufpassen, dass man sehr sorgfältig arbeitet und es auch um Menschen in großer Höhe geht.“

Es gibt Vorsichtsmaßnahmen: Wenn etwa die 83 Tonnen schwere und 4,5 Meter hohe Gondel hochgewuchtet wird, dürfen nur drei Menschen in der Nähe sein: der Bauleiter, der Kranführer und der Einweiser, oben auf dem Stahlbetonrohr-Rumpf. Das fünfte Windrad ist nun also zusammengefügt, nur kleine Arbeiten fehlen noch, damit die Anlage ans Netz gehen kann. Unter anderem müssen die Getriebe- und Motorwellen untereinander ausgerichtet werden.

Ursprünglich waren zwischen Vetschau nur vier Anlagen vorgesehen, erst im Laufe des Genehmigungsprozesses habe sich herausgestellt, dass dort auch fünf Windräder errichtet werden können. Genehmigt worden seien nämlich nicht die einzelnen Anlagen, sondern die Konzentrationsflächen, auf denen sie stehen, erläutert Stawag-Sprecherin Eva Wußing. Auf der anderen Seite der Stadt, im Münsterwald, sei man im Gegenzug von zehn auf sieben Anlagen heruntergegangen. Der Stand der Dinge dort sei unverändert. Die Bauvorbereitung auf den gerodeten Flächen, 8800 Quadratmeter groß, seien weiter im Gange. „Ende 2018 muss sich dort alles drehen“, gibt Geschäftsführer Brösse vor.

Im Windpark Nord, kurz vor Avantis und der niederländischen Grenze, geht es jetzt schon rund. Die Silhouette am Rande Aachens hat sich weithin sichtbar und mindestens auf Jahrzehnte hinaus verändert. Die fünf knapp 200 Meter hohen und 30 Millionen Euro teuren Anlagen liefern pro Jahr 22,5 Millionen Kilowattstunden grünen Stroms, gut für die Versorgung von mehr als 12 000 Durchschnittshaushalten. Brösse: „Es ist unser erster Windpark direkt in Aachen, deshalb sind wir auch besonders stolz darauf.“

Baubeginn im Mai

Seit Baubeginn im Mai hätten sich vorbeikommende Spaziergänger und Radfahrer immer sehr interessiert gezeigt, die meisten seien voll des Lobes gewesen. „Das ist ein Highlight für Aachen.“ Glücklicherweise habe es keine Unfälle gegeben, auch Wind habe die meiste Zeit keine Probleme bereitet: „In der Aufbauphase gab es wenig Ausfallzeiten. Es war eine unproblematische und ruhige Baustelle.“ Bundesweit ist die Stawag an 30 Windparks beteiligt.

Nach Abschluss aller Restarbeiten wird der Windpark Nord also nächste Wochen seinen vollen Betrieb aufnehmen. Bis dahin dürfte auch der große Kran abgebaut sein. Das erledigt er teilweise selbst, austariert durch ein Gegengewicht wird der Ausleger zu Boden gesenkt und abmontiert.

Falls die fertigen Windräder dann einmal stillstehen, muss das nicht bedeuten, dass der Wind zu stark oder zu schwach weht. „Jede Anlage kann vom Betreiber gedrosselt werden“, erläutert Geschäftsführer Brösse. Das kann zum Beispiel dann passieren, wenn eine Netzüberlastung droht – wie in einigen Gegenden Deutschlands geschehen. „Hier in Aachen haben wir das noch nicht gehabt, und ich habe auch keine Sorge, dass es passieren wird.“

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