Windkraft-Pläne stoßen auf geringe Gegenliebe

Von: Georg Dünnwald
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Vor der Bürgeranhörung im Haus Löwenstein konnten sich interessierte Aachener einen Eindruck von den angedachten Standorten verschaffen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Wenn die Stadt tatsächlich den Beschluss, irgendwann nur noch regenerative Energie zu produzieren, in die Tat umsetzen will, müssten verschiedene Quellen angezapft werden. Zu den erneuerbaren Energien gehört die Windkraft ebenfalls dazu.

Aber so einfach ist es nicht, die Forderung der Politiker durchzusetzen. Denn zum Zwecke des Ausbaus der Windkraft muss der Flächennutzungsplan (FNP), der bereits 30 Jahre auf dem Buckel hat, geändert werden. Und dazu gehört, die Bürger am Verfahren zu beteiligen. Die Anhörung zur Änderung des FNP geriet am Dienstagabend im Haus Löwenstein teilweise zu einer hitzigen Angelegenheit. Schlagworte wie „Schlagschatten”, „Gesundheitsgefährdung”, „mit 160 Meter zu hohe Windräder”, „kein ausreichender Vogelschutz und kein ausreichender Abstand zu Siedlungen” verlangten von den Verwaltungsvertretern immer wieder Erklärungen.

Der Fachbereich Umwelt hatte sich alle Mühe gegeben, eine Veranstaltung durchzuziehen, die nahezu jeden zu Wort kommen ließ und auch noch dem Informationsbedürfnis der Bürger nachkam. Nach einem ruhigen Auftakt mit der Beantwortung der Frage „Warum?” durch Umweltdezernentin Gisela Nacken und einer Erklärung, dass nur in bestimmten Gebieten der Stadt Standorte gesucht wurden, schlugen die Wellen sehr hoch. Vor allem von Bürgern aus dem Norden Aachens wurden Bedenken ausgesprochen, aber auch einige Einwohner des Aachener Südens können den Windkraftanlagen nichts abgewinnen.

Sorge um die Natur

Die verwaltungsinterne Prüfung von Flächen, die einem Beschluss des Rates von September 2008 folgte, ergab als mögliche Standorte den Nonnenhof/Schlangenweg in Richterich, den Vetschauer Weg/Bocholtzer Weg in Laurensberg (südlich von Avantis), die Horbacher Straße Straße/Heerlener Weg nördlich von Horbach und den Münsterwald, rechts und links der Himmelsleiter (B258), gleich unterhalb der alten Bahntrasse. Von den „Nordlichtern”, vor allem Mitgliedern der rührigen Bürgerinitiative, war der Protest programmiert. Aber auch aus dem Aachener Süden wurde Einwände laut, vor allem wegen der „unberührten Natur” im Münsterwald. Für diesen Südstandort liegt noch kein ornithologisches Gutachten vor, „das kann erst im nächsten Jahr zum Abschluss gebracht werden”, betonte Winfried Engels vom Fachbereich Umwelt.

Projektleiter Helmut Kaussen, betonte, dass er derzeit mit 45 Trägern der öffentlichen Belange rede, wozu auch die betroffenen niederländischen Gemeinden gehörten. Die haben einem Bericht vom „Dagblad De Limburger” zufolge Bedenken wegen eines möglichen Nachteils für das Touristikgewerbe geäußert. „Seien Sie versichert, wir sind gerade am Anfang des Verfahrens, zunächst muss der FNP geändert werden, damit wir überhaupt handeln können”, versuchte Klaus Meiners, stellvertretender Fachbereichsleiter Umwelt, die erhitzten Gemüter zu beruhigen.
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