Windkraft-Fans: Die richtig steife Brise bleibt aus

Von: Wolfgang Schumacher und Achim Kaiser
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Aachen. Nach Fukushima schnellstens mit der Windkraft ernst machen, hieß es am Donnerstag im Planungsausschuss. Die Abstimmung über die Offenlage für „Windkraft-Konzentrationsflächen” ging dann deutlich für die regenerative Energiegewinnung aus.

Bei zwei Gegenstimmen, fünf Enthaltungen und 13 Ja-Stimmen brachte der Ausschuss die Offenlage der Planungen auf den Weg. Sie wird vom 2. April bis 18. Mai vollzogen und bietet den Bürgern vor einem Ratsbeschluss die Möglichkeit, weitere Einwendungen zu machen.

Gegenstand des Beschlusses ist der künftige Wille der Stadt, durch eine Änderung des Flächennutzungsplanes zwei weitere Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen auszuweisen. Die bei den Bürgern eher umstrittenen Windmaschinen sollen auf einer Teilfläche A im Süden in Kornelimünster/Walheim im Bereich Münsterwäldchen platziert werden.

Der Teilabschnitt B liegt in Laurensberg, hier Vetschauer Weg/Bocholtzer Weg, sowie in Richterich nahe dem Gebiet Avantis, genauer am Alt Heerlener Weg. Die zuständigen Bezirksvertretungen hatten den Beschluss „nur” mehrheitlich passieren lassen, Bauchschmerzen blieben im Norden wie im Süden. Sie schlugen sich am Donnerstag in den Nein-Stimmen der FDP und in fünf Enthaltungen der Sozialdemokraten im Planungsausschuss nieder. Hier ergaben sich nun gelb-rote Übereinstimmungen. Sowohl Sigrid Moselage (FDP) wie Norbert Plum (SPD) waren sich einig, dass auch Flächen in der Städteregion hätten geprüft werden müssen.

Da kam die Meldung von Baudezernentin Gisela Nacken recht, die mitteilte, dass Roetgen, Monschau und Simmerath jetzt eigene Windparks planen. Am 20. März (19 Uhr) wird die Stadt Aachen eine Bürgerinformation zum Thema im Super C anbieten.

Gegner melden sich zu Wort

Unterdessen hat die Bürgerinitiative Windparkprotest (Richterich/Vetschau/Bocholtz) der CDU „schweren Wortbruch” mit Blick auf den Koalitionsvertrag vorgeworfen: „Dies werden wir auch öffentlich im anstehenden Landtagswahlkampf so kommunizieren, falls es bei den gegenwärtigen Planungen bleibt.” Weiter: „Nach dem widersprüchlichen Abstimmungsverhalten der CDU in den Bezirksvertretungen im Norden und Süden fragt man sich allen Ernstes, ob nun alle Belastungen durch die Windenergie den Menschen im Norden aufgedrückt werden sollen.”

Für die Initiative ist unverständlich, „dass der seit fast 20 Jahren nahezu brach liegende Standort Avantis hierfür nicht genutzt wird.” Generell seien „die Abstände zur Wohnbebauung an der neuen direkt am bestehenden Windpark liegenden Windkonzentrationszone viel zu gering”.

Große Nachfrage: Die Anmeldefrist läuft noch

Zum Thema „Windkraft in Aachen: Die entscheidende Phase” veranstalten die „Nachrichten” am Mittwoch, 18. April, um 19 Uhr im Kasino des Zeitungsverlages an der Dresdener Straße 3 ein Forum.

Zu Wort kommen Bau- und Umweltdezernentin Gisela Nacken, RWTH-Prof. Dr. Georg Jacobs, Frank Brösse, Geschäftsführer der Stawag Energie GmbH, Umweltexperten und Fraktionsspitzen aus der Politik, Vertreter der Naturschutzverbände Nabu und BUND sowie der Bürger­initiativen „Windparkprotest” (Vetschau) beziehungsweise „Kein Windpark im Münsterwald”.

Für das Publikum besteht die Möglichkeit bei der Veranstaltung, Fragen zu stellen und zu diskutieren.

Da das Forum öffentlich ist, bitten wir aus organisatorischen Gründen um eine Anmeldung per Mail an „an-lokales-aachen@zeitungsverlag-aachen.de”, per Fax (5101-440) oder an AN-Lokalredaktion, Postfach 500110, 52085 Aachen (Stichwort AN-Forum Windkraft).

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