Aachen - Windkraft-Debatte in der heißen Phase

WirHier Freisteller

Windkraft-Debatte in der heißen Phase

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
Auch Windräder (hier aus Vets
Auch Windräder (hier aus Vetschau) können eine romantische Stimmung vermitteln. Darum geht es aber beim „AN”-Forum am 18. April nicht. Im Mittelpunkt steht das Thema Windkraft in Aachen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Entscheidung über die verstärkte Nutzung von Windkraft in Aachen rückt näher und damit gehen auch die Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern in die letzte heiße Phase. Insbesondere viele Anwohner in Walheim, Schmithof, Roetgen und Rott laufen Sturm gegen den geplanten Windpark im Münsterwald.

Sie sorgen sich um ihr Landschaftsbild und fürchten Lärm und Schlagschatten. Bürgerinitiativen gegen die Windräder sind aber auch im Aachener Norden aktiv.

Ab kommender Woche beschäftigen sich mehrere Ausschüsse mit diesem Thema, eine Entscheidung fällt der Planungsausschuss am 15. März (ab 17 Uhr im Verwaltungsgebäude am Marschiertor, Lagerhausstr. 20, Raum 170) über die sogenannte „Offenlage” zur Änderung des Flächennutzungsplanes.

Die Verwaltung hat mittlerweile beauftragte Gutachten geprüft, Bürgerinformationsveranstaltungen angeboten und öffentliche Institutionen angehört. Danach hat sie den Flächen endgültig Gestalt gegeben, die für die Windkraftnutzung künftig in Frage kommen sollen. Sieben Windräder sollen auf zwei Teilflächen im Münsterwald unweit der Himmelsleiter errichtet werden, vier weitere im Norden auf zwei Teilflächen bei Horbach und Vetschau.

Sofern der Planungsausschuss ein positives Votum abgibt, werden die Pläne im Rahmen der „Offenlage” ausgelegt: Dann haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Einwendungen gegen die Pläne einzureichen. Nach Anschluss der Offenlage und Abwägung der eingegangenen Anmerkungen kann der Rat einen Änderungsbeschluss zum Flächennutzungsplan fällen.

Bevor eine Entscheidung in den kommenden Monaten fallen soll, laden die „Nachrichten” zum Forum „Windkraft in Aachen: Die entscheidende Phase” (siehe Infokasten) ein. Geladen sind am 18. April neben der Bau- und Planungsdezernentin Gisela Nacken auch Vertreter aus der Politik, der RWTH, der Stawag sowie aus Bürgerinitiativen und Naturschutzverbänden.

Offen geäußert zu den Plänen der Stadt hat sich nach der Lektüre sämtlicher Gutachten der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). In einer Presserklärung heißt es: „Der BUND Aachen hält eine Errichtung von neuen Windkrafträdern in Vetschau und Horbach für sinnvoll, lehnt aber eine Errichtung im Münsterwald ab.”

Kein schwerwiegender Eingriff

Geht es nach dem BUND, muss einer „Industrialisierung der Eifellandschaft Einhalt geboten werden”. Für den BUND hätten die erneuerbaren Energien zwar unbestreitbare Vorteile auch für Natur und Landschaft, sie dürften jedoch nicht zu einem schwerwiegenden Eingriff in die Waldökologie führen: „So stellt der BUND im Falle des Münsterwaldes die Belange der Energieerzeugung hinter die Belange des Naturschutzes.”

Vielmehr fordert der BUND, dass mehr „offene Flächen für Windräder bereitgestellt werden müssen”. In Frage kämen laut BUND „im Zuge der Flächennutzungsplanänderung auch eine Rücknahme von Wohnsiedlungsplanungen und die Umwidmung des weitgehend ungenutzten Gewerbegebietes in Richterich/Heerlen (Avantis)”.

Der Eingriff in den Wald sei für den BUND nicht ausgleichbar, „und deshalb fordert er die Politik auf den Windpark im Münsterwald zu verzichten”. Ähnlich argumentiert auch die Bürgerinitiative „Kein Windpark im Münsterwald an der Himmelsleiter”.

Der Sitzungsmarathon in Sachen „Windkraft” beginnt am kommenden Montag, 12. März, mit der Sitzung des Landschaftsbeirats um 17 Uhr im Sitzungssaal des Fachbereichs Umwelt, Reumontstraße 3. Im öffentlichen Teil geht es nur um die geplanten Windkraftanlagen.

Die Unterlagen zu den Sitzungen sind online verfügbar unter: http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=9515>

http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=9515

Anmeldungen sind ab sofort möglich

Zum Thema „Windkraft in Aachen: Die entscheidende Phase” veranstalten die „Aachener Nachrichten” am Mittwoch, 18. April, um 19 Uhr im Kasino des Zetungsverlages Aachens, Dresdener Straße 3 ein Forum.

Zu Wort kommen Aachens Bau- und Umweltdezernentin Gisela Nacken, Prof. Dr. Georg Jacobs vom Institut für Maschinenelemente und Maschinengestaltung an der RWTH, Frank Brösse, Geschäftsführer der Stawag Energie GmbH , Umweltexperten und Fraktionsspitzen aus der Politik, Vertreter der Naturschutzverbände Nabu und BUND sowie der Bürgerinitiativen „Windparkprotest” (Vetschau) beziehungsweise „Kein Windpark im Münsterwald”.

Für das Publikum besteht ausdrücklich die Möglichkeit, im zweiten Teil der Veranstaltung, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben und zu diskutieren.

Die Veranstaltung wird moderiert von den „Nachrichten”-Redakteuren Achim Kaiser und Gerald Eimer.

Da das Forum öffentlich ist, bitten wir aus organisatorischen Gründen um eine Anmeldung per Mail an an-lokales-aachen@zeitungsverlag-aachen.de, per Fax (5101-440) oder an AN-Lokalredaktion, Postfach 500110, 52085 Aachen (Stichwort AN-Forum Windkraft).<7i>
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert