Aachen - Wind pustet in die Segel der kleinen Boote

Wind pustet in die Segel der kleinen Boote

Von: Daniel Gerhards
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Sind jetzt wieder jeden Sonnta
Sind jetzt wieder jeden Sonntag auf dem Hangeweiher zu sehen: Die Segelboote, Schlepper und Fischkutter des Modellbauskipper-Vereins Euregio Aachen. Gestern war Saisoneröffnung. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Richtig flott drehen die Modellschiffe ihre Runden auf dem Hangeweiher im Kaiser-Friedrich-Park. Der Wind pfeift ganz ordentlich, dadurch nehmen die Segelboote so richtig Fahrt auf. Verantwortlich für die scharfen Kurven und Wendemanöver sind die Männer an den Fernbedienungen vom Verein Modellbauskipper Euregio Aachen. Sie lenken vom Ufer aus das Ruder und die Segel.

„Im Prinzip funktioniert das alles, wie beim einem großen Boot. Die großen sind nur einfacher zu steuern, weil man ja im Boot sitzt”, erklärt Rolf Walkenhorst, 2. Vorsitzender der Modellbauskipper. So bleiben die Kapitäne am Hangeweiher meist an Land. Zumindest fast immer. Wenn die Segelboote enge Kurven fahren, legen sie sich auf die Seite ihres Rumpfes. „Meistens richten sie sich wieder auf. Da passiert sehr selten mal was”, sagt Joachim Dröse, 1. Vorsitzender der Modellbauskipper. Und wenn doch mal ein Schiff kentert, gibts nur eins: Rein in den Weiher.

Am Sonntag blieben die Skipper bei ihrem „Anfahren”, der offiziellen Saisoneröffnung, aber auf dem Trockenen. Im Herbst hatten sie ihre Schiffe „eingedockt” und über den Winter an weiteren Modellen gearbeitet. „Die Vorfreude auf das Anfahren war schon sehr groß. Ich war vor kurzem auf einer Modellbaumesse. Wenn man die ganzen schönen Modelle sieht, ist das schon ein Ansporn wieder rauszugehen”, sagt Dröse.

Nach dem langen Winter konnten die Kapitäne der kleinen Boote es kaum erwarten wieder Wasser unter den Kiel zu bekommen. „Jetzt kribbelt es schon. Man will ja schließlich mal testen ob das schwimmt, was man da gebaut hat”, sagt Walkenhorst. Dabei gibt aufwendig und weniger aufwendig gebaute Schiffe. Je mehr Liebe zum Detail die Skipper beim Bau an den Tag legen, desto länger dauert es. „Manche Schiffe werden komplett selber gebaut, andere mit einem Bausatz”, sagt Walkenkorst. Normalerweise schafft man das in einem Winter. Manchmal braucht man aber mehrere Jahre.

Drei Modellschiffe wurden gar zum allerersten Mal zu Wasser gelassen. Die „Taufe” der Modelle ist ein Ritual, dass die Skipper stets durchführen, wenn es auf die Jungfernfahrt geht. Und ganz wie bei den großen Vorbildern stoßen sie mit einem Glas Sekt auf das neue Fahrzeug an.

So werden die neuen Boote gemeinsam mit den anderen Seglern, mit den Schleppern und U-Booten, mit der Dampfbarkasse und dem Krabben- und Fischkutter künftig ihre Runden auf dem Hangeweiher drehen. Dort treffen sich die Skipper jeden Sonntagvormittag. Dabei haben sie stets eine Menge kleiner und großer Zuschauer.

Für Dröse und Walkenhorst ist es die Kombination aus Technik, Handwerk, Natur und Kameradschaft, die ihr Hobby so schön macht. „Es ist schon eine Herausforderung, die Modelle zu bauen. Da kann man jede Menge Sonderteile einbauen. Dabei ist man praktisch nur durch den Platz im Rumpf begrenzt”, sagt Dröse. Wichtig ist für Dröse auch, dass man sich regelmäßig mit den Vereinskameraden trifft und gemeinsam fährt. „Wir handhaben das mit unseren Treffen ganz locker. Wir finden es einfach schön gemeinsam hier mit den Modellschiffen zu fahren”, sagt Dröse.
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