Whatsapp Freisteller

Wilma Emmerich distanziert sich deutlich von Pro NRW

Von: akai/hau
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Wahlzettel sind gedruckt, die Briefwahlunterlagen sind zum Teil schon verschickt worden. Und auf den rund 7000 Stimmzetteln für den Wahlbezirk 20 (Hangeweiher) steht auch der Name der Seniorenrätin Wilma Emmerich – als Kandidatin für die rechtsextreme Partei Pro NRW.

Von ihrer Kandidatur hat sich die 68-Jährige zwar distanziert – „Ich bin weder Mitglied von Pro NRW, noch stehe ich diesen Ideen in irgendeiner Form nahe“ –, dennoch wird sie bei der Kommunalwahl rein formal mit ihrem Namen auf Stimmenfang für Rechtsextreme gehen. „An den Wahlzetteln kann nichts mehr verändert werden. Wer sich zu einer Kandidatur entschließt, tut dies eigentlich unwiderruflich“, sagt Rita Klösges vom Presseamt.

Wahlleiterin und Stadtdirektorin Annekathrin Grehling ergänzt: „In einen Wahlvorschlag darf nur aufgenommen werden, wer seine Zustimmung erteilt hat.“ Und dieser Vorgang ist dann nur unter ganz genau definierten Bedingungen rückgängig zu machen, die entsprechenden Fristen dafür sind aber längst abgelaufen.

Dass sie nun aus formalen Gründen auf der Liste bleiben muss, bedauert die Seniorenrätin außerordentlich: „Ich versichere, dass ich die Wahl nie annehmen würde“, sagt die in die Kritik geratene Rentnerin. Die für Pro NRW abgegebenen Stimmen im Wahlbezirk 20 zählen aber trotzdem mit.

Ob sie ihr vor sechs Jahren ins Leben gerufene Erzählcafé im Ostviertel weiterhin anbieten kann, ist offen. Denn nach der Veröffentlichung ihrer Kandidatur wurden ihr die Räume in einem Tagestreff sofort gekündigt.

„Politik war nie und wird nie ein Thema im Erzählcafé sein. Politik ist eine Privatsache, so habe ich es immer gehalten. Dies können meine Besucher bestätigen“, betont die Seniorenrätin. Das sei auch aus der Themenliste ersichtlich. „Jetzt fehlen uns die Räumlichkeit, die wir an einem Nachmittag im Monat brauchen.“

Wie es mit dem Vorstandsmitglied Emmerich im Seniorenrat weitergeht, mochte Vorsitzender Rolf Eckert nicht prognostizieren: „Es gibt keine Veranlassung, die für kommenden Dienstag einberufene Sondersitzung des geschäftsführenden Vorstands abzusagen.“ Man müsse den Fall zu einem vernünftigen Abschluss bringen. „Einem Ergebnis greife ich aber nicht vor“, unterstreicht der ehemalige Vorsitzende Richter am Landgericht. Gleichwohl bringt Eckert seine „Erleichterung“ zum Ausdruck, dass sich die Seniorenrätin so entschieden habe.

Leserkommentare

Leserkommentare (10)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert