Willkommenspaket für frischgebackene Familien

Von: Nadine Preller und Victoria Borchers
Letzte Aktualisierung:
pia_bu
Elisabeth Falk-Maicher heißt neue Familien in Aachen willkommen. Ein Uberraschungspaket hat sie immer mit dabei. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Wenn in diesem Jahr wieder rund 2000 Kinder in Aachen das Licht der Welt erblicken, dann dürften auch so einige kleine Knirpse mit dem Namen Pia dabei sein, die mit lautem Geschrei das Leben willkommen heißen.

Pia heißt aber nicht nur manch Neugeborenes - Pia (Positiv Aufwachsen in Aachen) heißt auch ein städtisches Projekt, das frischgebackene Familien in Aachen-Nord, Haaren und Verlautenheide samt Nachwuchs willkommen heißen will. Dahinter versteckt sich in erster Linie ein Besuchsdienst für die schätzungsweise 250 künftigen Familien in den drei Stadtteilen.

„Während eines Besuchs wollen wir die Eltern mit Einrichtungen wie beispielsweise dem Jugendamt vertraut machen, bevor es vielleicht zu spät sein könnte”, erklärt Stadtdirektor Wolfgang Rombey. „Rund 30 Millionen Euro legt Aachen derzeit jährlich für Hilfen zur Erziehung auf den Tisch.” Prävention heißt nach Rombey hier das Zauberwort, das die Kosten-Spirale stoppen soll.

„Wir setzen große Hoffnung darauf, dass die Eltern sich ein wenig unter die Arme greifen lassen”, sagt Elke Münich, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule. „Manches glückt halt von Anfang an nicht immer so, wie es in einem klugen Buch steht.”

Dreh- und Angelpunkt bei dem Präventionsprojekt ist Sozialarbeiterin Elisabeth Falk-Maicher. Sie besucht zukünftig die Familien und klärt über das städtische Angebot von Hilfen auf. Im Gepäck hat die engagierte Dame auch immer eine ganz besondere Überraschung: das „Kinderkrams”-Baby-Begrüßungspaket. Eine schmucke Tasche, voll bepackt mit Lätzchen, Kinderzahnbürste, Spielball und Fieberthermometer soll nicht nur den Kleinen guttun. Obendrauf gibt es den „familienfreundlichen” Ordner.

Der Inhalt: Gutscheine, wie für eine Teilnahme an einer Eltern-Kind-Gruppe, Hilfsangebote für den Marsch durch den Behörden-Dschungel, Beratungsadressen von der finanziellen Notlage bis zur Stillberatung oder der richtigen Zahnpflege ab dem ersten Zahn. „Dass das Angebot ein Entgegenkommen ist und selbstverständlich von den Familien abgelehnt werden kann, versteht sich von selbst”, betont Falk-Maicher, mit der die Verantwortlichen eine kompetente Partnerin an ihrer Seite gewonnen haben.

Die Mutter von Zwillingen hat bereits langjährige Erfahrungen beim Jugendamt, Sozialamt oder dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) gesammelt. „Ich freue mich sehr über meine neue Aufgabe und dass es jetzt endlich losgeht”, sagt sie. 100.000 Euro stehen der Stadt für das Pilotprojekt in diesem Jahr zur Verfügung, das noch während der Projektphase von der FH Mönchengladbach evaluiert wird.

Brigitte Drews, Abteilungsleiterin Soziale Dienste und Jugendhilfe, versichert: „Sollte Pia auf reges Interesse bei den Familien stoßen, dann sind im nächsten Jahr weitere Stadtteile an der Reihe.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert