Wilde Rabauken zeigen ihren weichen Kern

Von: Jule Klieser
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Wollen die Jungenarbeit im Rahmen der offenen Ganztagsschule verstärken: Heilerziehungspfleger Ralf Carnotte und Eva Köhl, Vorsitzende des Vereins „ax-o”.

Aachen. Der ax-o-Verein möchte im kommenden Schuljahr sein Angebot ausweiten. Seit 2006 ist er in der Nachmittagsbetreuung im Rahmen der Offenen Ganztagsschule aktiv, und künftig soll der Schwerpunkt Jungenarbeit weiter herausgearbeitet werden.

Vier hauptamtliche, pädagogisch hochqualifizierte Kräfte hat ax-o unter seinen Fittichen. Einer davon ist Ralf Carnotte, dessen Jungengruppen an der Förderschule Beginenstraße sich großer Beliebtheit erfreuen, denn der Heilerziehungspfleger weiß mit Herz und Verstand auf seine junge Klientel einzugehen.

„Ich fand es schrecklich, dass Acht- bis Zehnjährige sich auf dem Schulhof prügeln”, erzählte er von seiner ersten Zeit zu Beginn dieses Schuljahrs. „Da musste ich was machen”, sagte er sich und erstellte ein Konzept, dessen fruchtbare Wirkung er jetzt bereits beobachten kann. „Die Jungs sprechen jetzt offen mit mir und sagen die Wahrheit. Wenn sie Probleme haben, können sie mich fragen”.

Der Pädagoge versteht es, auch Rabauken ohne Druck in die Gruppenaktivitäten einzubinden, denn die Teilnahme ist freiwillig. Hausaufgabenbetreuung und kreative und sportliche Freizeitgestaltung gehören ebenfalls zu Carnottes Aufgabenbereich in der OGS. Er hat den Jungs außerdem vermittelt, dass man sich auch mal freundschaftlich umarmen kann, dass bei Konflikten vernünftiges Diskutieren möglich ist und dass es angenehmere Kommunikationsmöglichkeiten gibt als Schreien und Draufhauen. Jungs dürfen auch mal weich oder lustig sein.

Einmal hat der Erzieher gesehen, wie eine Gruppe Jungs Hula-Hupp spielte. „Das würden die nie machen, wenn Mädchen dabei sind oder wenn andere Jungs sie auslachen könnten”, weiß er zu berichten.

Es geht ihm und den Mitstreitern von ax-o darum, eingefahrenes Rollenverhalten bewusst zu machen und zu lockern. „Wenn Jungen unter sich am Tisch zusammen etwas essen wollen, können sie den Tisch auch selbst decken, und sie können ihn noch schön dekorieren - ohne dass sie ausgelacht werden”, nennt Eva Köhl ein weiteres Beispiel. Die ax-o-Vorsitzende ist für ihre Aktivitäten beim Boys´ Day und in der Leseförderung für Jungen bekannt. Vor sechs Jahren gründete sie mit anderen Engagierten den ax-o-Verein.

Köhl unterstreicht, dass eine männliche Betreuungskraft für die Arbeit mit Jungengruppen besser geeignet sei als eine Pädagogin. Die Jungs fassten zu einem Mann leichter Vertrauen, könnten sich eher identifizieren. Aus pädagogischen Gründen möchte sie bei der Altersgruppe von Sechs- bis Elfjährigen ansetzen. „In der Pubertät wird Weichheit bei Jungs mehr versteckt.” Eva Köhl findet, dass Jungenarbeit genauso selbstverständlich sein sollte wie Mädchenarbeit. „Jeder junge Mensch braucht Förderung”.

Grund- und Förderschulen sowie weiterführende Schulen (nur für die Eingangsstufe) können die Kompetenz des axo-Vereins buchen, vorzugsweise für die OGS. Information dazu gibt es bei Eva Köhl, 024179890711, oder per E-Mail: ax-o@gmx.de .
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