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Wilde Jagd durchs nächtliche Aachen

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
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Auf die Plätze, fertig, los: Auf Kommando stürmen die Teilnehmer los, wobei die Gejagten schnell zum Jäger werden konnten.

Aachen. Eben noch hat sich auf dem Marktplatz eine beachtliche Menschentraube aufgehalten, scherzend, albernd, der Kälte trotzend. Dann plötzlich Stille, und urplötzlich spritzt die Menge unter großem Getrampel und Gekreische in sämtliche Richtungen auseinander.

Den Startschuss gegeben hat Heiko Weinen vom Verein zur Förderung der euregionalen Digitalkultur (Fedev). Rund 170 Teilnehmer befinden sich auf der „Journey to the End of the Night”, einer Reise ans Ende der Nacht. Diese besteht aus insgesamt elf „Checkpoints”, die von den Teilnehmern in vorgegebener Reihenfolge erreicht werden müssen.

Klingt beschaulich und harmonisch, ist in Wirklichkeit aber adrenalingeladen bis nervenaufreibend. Denn unter den Teilnehmern befinden sich - zu Beginn - sechs „Chaser”, Jäger.

Die sorgen dafür, dass der nächtliche Stadtspaziergang zur wilden Jagd wird: Durch simples Abschlagen, genau wie Kinder es beim Fangenspielen machen, wird der Gejagte zum Jäger. Je länger man also nicht geschnappt wird, desto größer die Zahl derer, die einem auf den Fersen sind. Das bedeutet: Die Spannungskurve schraubt sich beharrlich nach oben.

Allerdings ein wenig zu schnell. Denn nach einer Weile müssen rund 60 gefasste Läufer „wiederbelebt” werden - eine Sonderregelung, die greift, wenn das Spiel zu schnell vorbei ist. Dies kann geschehen, wenn die Spieler sich knubbeln und dann in Sekundenschnelle gegenseitig dezimieren; so geschehen in einer der verwinkelten Gassen der Altstadt. „Das Spiel ist in Aachen etwas schwer umzusetzen, denn die Innenstadt ist sehr kompakt”, stellt Jacek Wisniowski vom Förderverein im Anschluss an die Jagd fest.

Was nicht bedeutet, dass der vorhandene Raum nicht ausreichend wäre, um Jäger und Gejagte gleichermaßen außer Atem zu bringen. Dafür jedenfalls sprechen die durchaus gut frequentierten „Safe Points”, wo das Abschlagen tabu ist. Nach der großen Wiederbelebungsaktion verteilen sich Jäger und Gejagte jedoch wieder über die Innenstadt.

Abschlussparty

Und noch wichtiger als Schnelligkeit und Wendigkeit erweisen sich gute Ortskenntnisse. Denn wählt man stets die offensichtlichste Route, ist die Gefahr um so größer, den Häschern in die Arme zu laufen.

So bleibt es nicht unbedingt bei den gut zehn Kilometern, die der kürzestmögliche Weg über Lousberg und Kurpark, Café Kittel und Monoheidi, Hauptbahnhof und Theater misst. Klar im Vorteil ist, wer etwa die schmale Verbindung zwischen Hof und Aachen-Fenster kennt, oder aber den Fußweg zwischen Templergraben und Pontstraße geschickt als Schleichweg zu nutzen weiß. Schutz bietet freilich auch die nächtliche Dunkelheit in den Parks.

Spät am Abend ballt die Menschentraube sich wieder, bei der Abschlussparty im Plan B (Boxgraben). Rund ein Dutzend Läufer hat das Kunststück fertiggebracht, nicht geschnappt zu werden. Wisniowski und seine Vereinsfreunde sind hochzufrieden, bestens sei die Resonanz von Seiten der Teilnehmer ausgefallen. Von einem kann man also ausgehen: Fortsetzung folgt.
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