Aachen - Wiesental: „Sie machen uns mundtot”

Wiesental: „Sie machen uns mundtot”

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Durch diese Anlage sollen möglicherweise sogenannte „Grünfugen” bis zur Wurm gezogen werden. Damit sollen die Anwohner der umliegenden Straßen einen besseren Zugang zur Wurm bekommen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Petra Senden war am Freitag sichtlich schockiert. Die quirlige Frontfrau des Kleingartenvereins Wiesental hatte noch vor kurzem mit viel Verve den Demonstrationszug der Kleingärtner zur Sitzung des Planungsausschusses angeführt, als dort das leidige Thema „Zwischen Wurm und Jülicher Straße - Städtebauliche Entwicklungsstudie im Rahmen der Stadterneuerung Aachen-Nord” auf der Tagesordnung stand.

Jetzt wollte sie wieder los mit ihren Freunden, um ihr Anliegen im Bürgerforum am kommenden Dienstag vorzubringen - doch der Punkt wurde auf Betreiben der Verwaltung abgesetzt. Petra Senden frustriert: „Wir fühlen uns mundtot gemacht.”

Die Kleingärtner wehren sich seit einiger Zeit vehement gegen mögliche Pläne der Verwaltung, die zur von Land und Bund bezuschussten Stadtteilerneuerung Aachen Nord entwickelt wurden und anfangs ein dreifaches Durchschneiden der Gartenanlage vorsahen. Damit sollte die Wurm besser von der Jülicher Straße aus zu erreichen sein.

Auf einer viel besuchten Podiumsdiskussion im Vereinsheim an der Burggrafenstraße wurde klar, dass das bis zu 40 Gartenparzellen kosten könnte - ein Unding für die Vereinsmitglieder im Wiesental.

Große Hoffnungen

Obgleich die Kleingärtner mit Petra Senden an der Spitze schon einige Erfolge verbuchen können - so die Zusicherung, dass die Planungs- und Lenkungsgruppe für das Vorhaben mit einem Vereinsvertreter besetzt wird und ein externer Moderator die Sache begleiten soll - hatten sie viel Hoffnung in ihr Auftreten vor dem gerade für solche Fälle eingerichteten Bürgerforum mit dem Vorsitzenden Karl Schultheis (SPD) gesetzt.

„Wir wollten mit 15 bis 20 Leuten kommen und unser Anliegen den Ratsvertretern und sachkundigen Bürgern genau erklären”, machte Senden am Freitag deutlich. Das sei abgesagt worden, ohne eine Begründung. Jetzt würde man aber zur Fragestunde kommen, meinte Senden trotzig.

Die Begründung lieferte der Sprecher der Stadt, Hans Poth, auf Anfrage nach. „Die zuständige Beigeordnete hat anderweitig einen unaufschiebbaren Termin”, hieß es. Und da die Sache der Kleingärtner am darauf folgenden Tag im Hauptausschuss sei, wäre eine späterer Termin im Bürgerforum sogar besser. Das sehen die Kleingärtner, die um ihre Idylle an der Wurm kämpfen, ganz anders. Senden: „Genau das ist ja unser Problem. Wir hatten extra darum gekämpft, uns noch zeitlich vor dem Gremium artikulieren zu können.”

So hatte man sich auch mit dem Forumsvorsitzenden Schultheis verständigt. Der bekräftigte am Freitag, dass er den Punkt nur von der Tagesordnung genommen habe mit der Zusicherung der Dezernentin Gisela Nacken, dass „keine Entscheidungen in der Sache” getroffen würden. Einzig die Vorgehensweise - heißt Thema externe Moderation - könne entschieden werden. Er halte ein Aufeinandertreffen beider Parteien in diesem Interessenkonflikt für unabdingbar, meinte Schultheis.

Für die Kleingärtner der Dauergartenanlage bleibt ein schaler Nachgeschmack. Sie fühlen sich unsicher und glauben, dass man sie verschaukeln will. So machen sie jetzt gerade mobil für die Bürgerfragestunde im Bürgerforum am Dienstag, 16. November, ab 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses sowie für die Hauptausschusssitzung am Tag danach ab 16 Uhr ebenfalls im Ratssitzungssaal.

Dazwischen gibt es am Dienstagabend ab 19.30 Uhr eine Veranstaltung der IG „Aachener Portal” zum Thema, die Interessengemeinschaft Aachen Nord hat eingeladen in das Hotel All Seasons, Jülicher Straße 10-12. Es geht um die Bürgerbeteiligung an der künftigen Stadtentwicklung im Rahmen des Programms „Soziale Stadt”.

Petra Senden hat sich in diesem Zusammenhang mit der Antragstellung der Bundes- und Landesmittel beschäftigt, Titel „Aachen Nord - Integriertes Handlungskonzept”, ihr Fazit dazu: „Im Antrag gibt es gar keine Begründungen für die Pläne, unsere Anlage zerteilen zu wollen.” Sie verschickte eine Brief an die Hauptausschussmitglieder, in dem sie minutiös Zitate aus dem Konzept für einen Erhalt der Anlage auflistete.
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