Wieder Gasleck entdeckt: Wehr im Großeinsatz

Von: Heiner Hautermans
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Gasaustritt in der Hanbrucher Straße: In Höhe des Hauses Nummer 112 wurde eine defekte Leitung freigelegt und repariert. Fünf Personen mussten evakuiert werden. Foto: Ralf Roeger
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Mit insgesamt 25 Männern und Frauen rückte am Mittwoch die Aachener Wehr an.

Aachen. Der letzte Fall liegt gerade mal sechs Wochen zurück und sorgte für größere Schlagzeilen: Anfang Juli wurde ein Teil der Königsberger Straße in Driescher Hof gesperrt, weil ein Gasleck entdeckt worden war.

Acht Wohnblocks mussten damals geräumt werden, Dutzende Bewohner Hals über Kopf ihre Wohnungen verlassen und stundenlang im Freien oder einem herbeibeorderten Aseag-Bus auf ihre Rückkehr warten. Entdeckt worden was die undichte Stelle bei einer Routinekontrolle.

Am Mittwoch um 14.30 Uhr war es wieder so weit: Erneut schlugen die Messgeräte einer von den Stadtwerken beauftragten Firma an, wieder bei einer Routineprüfung und diesmal in der Hanbrucher Straße. Stawag-Sprecherin Corinna Bürgerhausen: „Wir haben festgestellt, dass die Gaskonzentration dort recht groß ist.“

Deshalb wurde von ihren Kollegen mittels eines Schiebers sofort die Versorgung unterbrochen und die Feuerwehr alarmiert, die vorsichtshalber mit einem größeren Aufgebot und insgesamt 25 Kräften ausrückte: Je ein Löschzug von der Hauptwache und einer der Wache Nord stellten sich in Position, außerdem stand für den Fall der Fälle die Besatzung eines Funkstreifenwagens bereit. So starke Explosionsgefahr wie in Driescher Hof habe zwar nicht bestanden, aber: „Bei Gas ist immer Vorsicht geboten“, so Stawag-Frau Bürgerhausen.

Entdeckt worden war die undichte Stelle von Gasspürer Hubertus Piethe, der für eine Firma aus Iserlohn fast das ganze Jahr auf Aachener Straßen unterwegs ist. 1109 Kilometer lang ist nämlich das Gasnetz des Energieversorgers Stawag, und das will sorgfältig kontrolliert werden. Hubertus Piethe verfügt über die Lagepläne und fährt mit seinem rollenden elektronischen Messgerät oberirdisch über die unter der Bürgersteigen oder Fahrbahnen verlegten dünnen und dicken Rohre, bis hin zum Hausanschluss.

Wenn die Sensoren Auffälligkeiten melden, wird zunächst die genaue Stelle lokalisiert, an der Gas austritt und eine Tiefbaufirma beauftragt, die schadhafte Stelle freizulegen, damit sie von den Stawag-Leuten repariert werden kann. Bei diesen Ausschachtungsarbeiten kann sich die austretende Gasmenge vergrößern, naturgemäß besteht dann immer eine gewissen Explosionsgefahr.

Rohrnetzprüfer Piethe: „Diese Prüfungen finden je nach Schadenshäufigkeit alle zwei bis vier Jahre statt.“ Wenn häufiger Lecks auftreten, wird häufiger gemessen, weil das Risiko dann größer ist. Bedeutet im Endeffekt mit den Worten von Corinna Bürgerhausen: „In vier Jahren sind wir spätestens durch.“ Dass man jetzt in relativ kurzer Zeit zweimal fündig geworden sei, daraus könne man keine Gesetzmäßigkeit ableiten, es handele sich um reinen Zufall.

Nun mussten nur die Bewohner des unmittelbar betroffenen Hauses Hanbrucher Straße 112 ihr Haus verlassen. Bis kurz nach 16 Uhr dauerte es, bis die schadhafte Leitung wieder abgedichtet war, solange waren auch einige Dutzend Häuser in dem Neubaugebiet auf dem ehemaligen Sportplatz ohne Gasversorgung.

Eine Stunde länger nahm es noch in Anspruch, bis die zwischen Anne-Frank-Straße und Amsterdamer Ring gesperrte Hanbrucher Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte.

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