Wieder freie Bahn auf dem Boxgraben

Von: Alfred Stoffels
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Da geht´s lang: Per Mini-Sonderfahrt hatten sich gestern OB Marcel Philipp (links) sowie Vertreter von Stadt, Stawag und Aseag an den Boxgraben bringen lassen, um das Ende der Großbaustelle zu feiern. 17 Monate lang wurde gearbeitet, die veranschlagten 4,7 Millionen Euro wurden nicht ganz benötigt. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Sonderfahrt dauerte nicht lange, und die Insassen des Aseag-Busses legten auch nur gute 80 Meter zurück, aber es ging ja auch mehr um die Botschaft als um den Transportvorgang selbst. Und die lautet: Nach 17-monatiger Bauzeit ist der Boxgraben wieder befahrbar, natürlich auch für den öffentlichen Personennahverkehr mit den Linien 3A und 13A.

Angeführt von OB Marcel Philipp absolvierte eine kleine Festgesellschaft die kurze Reise von der Schanz bis zum Luisenhospital, um das Ende der bisweilen nervenden Bauarbeiten zu feiern. Eine der wichtigsten Aachener Durchgangsstraßen ist jetzt auf Vordermann gebracht, der Alleenring wieder geschlossen. Worüber sich nicht nur Pkw-Fahrer und Businsassen freuen dürften, sondern vor allem die Anwohner - sie hatten doch einiges auszustehen während der Bauarbeiten, in deren Verlauf viel gesperrt und umgeleitet wurde.

Regina Poth, zuständige Abteilungsleiterin Straßenbau bei der Stadtverwaltung, erwähnte ausdrücklich den Frust der Anwohner und die „speziellen Beeinträchtigungen”, unter denen sie gelitten hätten. Am härtesten seien die ersten vier Monate gewesen, die hätten es wirklich in sich gehabt. Andererseits: Die Bauzeit sei auf 22 Monate veranschlagt gewesen, nach 17 sei man schon fertig gewesen - das sei ja auch ganz schön. Zumal das ehrgeizige Projekt auch noch billiger komme als geplant.

Mit gehöriger „Erleichterung” nahm Philipp denn auch die zuletzt sehr schöne Entwicklung der Dinge am Boxgraben zur Kenntnis. Während seiner wohl ersten Ansprache in einem fahrenden Bus kam er auch auf die generelle Aufbruchsituation in Aachen zu sprechen: Zurzeit gebe es massenhaft Baustellen, „viele laufen gut, bei anderen gibt es Kritik. Ich bin froh, dass es am Boxgraben so gut funktioniert hat und es am Ende richtig zügig voranging.”

Auf der Großbaustelle Boxgraben, die im Sommer vergangenen Jahres ihren Anfang nahm, wurde an Abwasserkanälen und Versorgungsleitungen ebenso gearbeitet wie an Umbau und Neugestaltung der ganzen Straße. In Zahlen: 8500 Quadratmeter wurden asphaltiert, 4000 Quadratmeter plattiert, 2400 Quadratmeter gepflastert. 700 Meter Kanal wurden erneuert, 80 Hausanschlüsse installiert, 2000 Meter Leitungen für Gas, Wasser und Strom verlegt.

Die Kosten waren mit 4,7 Millionen Euro errechnet, doch die benötigt man nicht. Weil die Endabrechnung noch nicht vorliegt, wollte die Verwaltung am Donnerstag keine genauen Zahlen nennen. Gut gebrauchen kann man die überschüssigen Gelder auf jeden Fall, so die Beigeordnete Gisela Nacken, „und zwar an vielen Stellen”. Wer die Haushaltslage der Stadt kennt, weiß, dass das stimmt.

Im Foyer des Luisenhospitals sind im Rahmen einer kleinen Ausstellung Fundstücke zu sehen, die beim Aus- und Umbau des Boxgrabens zutage gefördert wurden. Zu ihnen gehören Fragmente von Krügen und Trinkbechern aus dem 14. Jahrhundert oder auch Überbleibsel einer zerbrochenen Pfeife. Was beweist: Gezecht und geraucht wurde zu allen Zeiten.

Der Boxgraben verläuft zu einem Großteil über der alten Kontermauer, die der großen Aachener Stadtmauer mit ihren elf Toren und 22 Türmen und dem Wehrgraben vorgelagert war. Im 19. Jahrhundert hatte man beim Bau des Kanals einen Teil dieses mittelalterlichen Bauwerks verwendet - erst jetzt wurde dieser Kanal durch eine neue Trasse ersetzt.
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