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Wieder ein verletztes Kind im Westpark

Von: Margot Gasper, Sarah-Lena Gombert und Laura Beemelmanns
Letzte Aktualisierung:
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Die Polizei und auch das Ordnungsamt der Stadt Aachen waren vor Ort und durchsuchten den Westpark. Foto: Ralf Roeger
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Auf einem Spielplatz im Aachener Westpark sind am Mittwochnachmittag erneut giftige weiße Kügelchen gefunden worden. Foto: Ralf Roeger
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Auf einem Spielplatz im Aachener Westpark sind am Mittwochnachmittag erneut giftige weiße Kügelchen gefunden worden. Foto: Ralf Roeger
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Die Polizei und auch das Ordnungsamt der Stadt Aachen waren vor Ort und durchsuchten den Westpark. Foto: Ralf Roeger
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Die Spielplätze Westpark und an der Ecke Gartenstraße/Lochnerstraße bleiben noch mindestens bis zum Wochenende gesperrt. Foto: Roeger

Aachen. Mittwochnachmittag im Westpark: Idylle pur im Sonnenschein. Auf einer Bank schleckt ein kleines Mädchen genüsslich ein Eis. Nur Minuten später hat sich die Idylle in einen Alptraum verwandelt. Das Kind hat Verätzungen im Mundbereich erlitten. Es wird mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Über seinen Zustand gibt es am Abend keine Angaben.

Nur so viel: Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Knapp drei Stunden nach dem Rettungseinsatz ist so viel bekannt: Eine unbekannte Person hat 22 Bänke im Westpark und erneut den Spielplatz an der Gartenstraße mit einer ätzenden Substanz kontaminiert.

Das Kind hat offenbar mit seinem Eis eine der Bänke berührt, und übers Eis ist das gefährliche Zeug in den Mund des Mädchens geraten. Wieder handelt es sich nach Angaben der Einsatzkräfte vor Ort um kleine weiße Kügelchen. Man muss wohl davon ausgehen, dass erneut ein Unbekannter Rohrreiniger verstreut hat.

Noch am Abend werde eine Spezialfirma das Holz an allen verunreinigten Bänken abmontieren, kündigt Karl-Heinz Stolz, Alarm- und Einsatzdienst Wasser und Umwelt bei der Unteren Wasserbehörde der Stadt, an. Der Bereich um die Bänke werde ebenfalls gereinigt. Abspritzen will man die Bänke nicht, aus Sorge um den Teich im Park.

Feuerwehr und Polizei haben zuvor bereits dafür gesorgt, dass niemand mehr mit der gefährlichen Substanz in Berührung kommt. Jede einzelne Sitzgelegenheit ist mit Flatterband abgesperrt. Der Spielplatz im Westpark ist nach den Attacken vor wenigen Tagen ohnehin noch abgesperrt – den Täter hatte das offenbar nicht sonderlich interessiert.

Karl-Heinz Steinbeck ist am Abend immer noch ganz aufgeregt. Er spazierte gerade durch den Westpark, als eine Frau mit einem schreienden Kind auf ihn zulief. „Das Kind hatte eine ganz geschwollene Lippe“, erzählt er. Steinbeck hat dann dafür gesorgt, dass ein Rettungswagen gerufen wird. „Schlimm“, sagt er später, „wer tut denn so was.“ Der Westpark ist am Mittwoch gut besucht. Mit Lautsprecherwagen werden die Menschen vor der heimtückischen Attacke gewarnt.

Auch Michael Vetter und Daniela Lauterberg haben die Durchsagen gehört. Sie entspannen mit ihrem Sohn Johann (acht Monate) im Gras. Johann ist jetzt in dem Alter, wo er alles in den Mund steckt. Da sitze man schon mit einem unguten Gefühl im Park, sagen beide. Und das weiß auch die Stadt: „Wir sind informiert und tun alles zur Sicherung. Die Verwaltung ist entsetzt über diese neue Aktion und wird weiter kontrollieren. Wir hoffen, dass der oder die Täter möglichst bald gefasst sind“, teilt Stefan Herrmann vom städtischen Presseamt mit.

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