Aachen - Wieder demonstrieren Philips-Mitarbeiter gegen Schließung der Forschungslabore

WirHier Freisteller

Wieder demonstrieren Philips-Mitarbeiter gegen Schließung der Forschungslabore

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
philips_bu
Die Forderung der Philips-Mitarbeiter ist deutlich. Doch auch an Kompromisslösungen wird gefeilt. Foto: Roeger

Aachen. Am liebsten würden die Mitarbeiter es nach wie vor sehen, wenn ihre Arbeitsplätze an Ort und Stelle erhalten blieben. Bei gleichbleibenden Bedingungen. Dementsprechend wird auf Spruchbändern gefordert: „Im Philips-Forschungslabor dürfen die Lichter nicht ausgehen”.

Bei der dritten Demonstration gegen die geplante Schließung des Standorts an der Weißhausstraße ließ der Betriebsratsvorsitzende Dr. Georg Gärtner am Mittwoch jedoch durchblicken, dass von der Arbeitnehmervertretung auch auf „Alternativlösungen” hingearbeitet wird.

Am 5. Oktober dieses Jahres war die 230-köpfige Belegschaft darüber informiert worden, dass der Standort geschlossen werden soll (wir berichteten). Trotz des ausgezeichneten Rufs der Niederlassung würden 70 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, 160 weitere würden nach Eindhoven verlegt - so sie denn zweimal anderthalb Stunden Autofahrt pro Arbeitstag oder einen Umzug ins Ausland in Kauf nehmen.

Die niederländische Großstadt ist die Heimat des Weltkonzerns. Und eine „Alternativlösung”, für die Georg Gärtner bei den in der dortigen Zentrale sitzenden Entscheidungsträgern werben will, sieht eine Kürzung von Forschungsmitteln vor, die den Verbleib an der Ecke Eupener Straße/ Weißhausstraße sichern. Eine weitere Möglichkeit: Umziehen zum Campus Melaten. Der Betriebsratsvorsitzende betont, dass man sich „noch in der Informationsphase, nicht in der Verhandlungsphase” befinde. Längst jedoch rege sich „starkes politisches Interesse” an dem Thema.

So gab es bereits einen „Runden Tisch”, an dem unter anderem Oberbürgermeister Marcel Philipp sowie der Aachener Landtagsabgeordnete Karl Schultheis Platz genommen hatten. Gute Kontakte bestünden auch zum Landesforschungsminister Andreas Pinkwart sowie zum Aachener Bundestagsabgeordneten Rudolf Henke. Die Idee: Mit Landesmitteln wird das Aachener Labor bezuschusst, bis man sich bei der RWTH auf dem Campus Melaten eingemietet hat.

Dass die Nähe zur Hochschule nicht ohnehin ein schlagendes Argument für Aachen ist, darüber wunderte sich bei der gestrigen Kundgebung Julia Cuntz aus dem Vorstand der IG Metall in Frankfurt. Auch wegen der bereits stattfindenden Kooperation mit der RWTH beziehungsweise mit der Uniklinik habe Aachen als sicherer Standort gegolten.

Diese Möglichkeit nicht zu nutzen, sei eine Entscheidung „ohne Sinn und Verstand”. Ein Grund für die Verlagerung der Forschung von Aachen nach Eindhoven sei, dass der Konzern sich niederländische Fördermittel sichern wolle. Die Gewerkschafterin: „Wir haben mit Europa ein super Projekt. Aber sobald es ans Eingemachte geht, agieren die Nationalstaaten wie eh und je.”

Persönliches gab Georg Gärtners Stellvertreterin Angela Hirtz ihren Kollegen mit in die Weihnachtszeit: „Nutzt diese Zeit trotz allem für euch, eure Familien und eure Freunde.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert