Aachen - Wie soll Kirche für Kinder und Jugendliche heute aussehen?

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Wie soll Kirche für Kinder und Jugendliche heute aussehen?

Von: Nina Krüsmann
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Die Jugend stand im Mittelpunkt der Kreissynode: v.l. Jugendreferent Axel Bücher, Jugendliche der Friedenskirche, Superintendent Hans-Peter Bruckhoff und Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen standen im Mittelpunkt der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Aachen im Haus der Evangelischen Kirche in Aachen. Nicht um Finanzen, Personal und strukturelle Entscheidungen auf Leitungsebene sollte es am Themenvormittag gehen.

„Wir möchten wissen, wie Kirche für Kinder und Jugendliche heute aussehen soll. Was wünschen sie sich? Was können wir verbessern?“, fasst Superintendent Hans-Peter Bruckhoff zusammen. Dabei wollten die mehr als 100 Synodalen nicht nur über, sondern auch mit Jugendlichen reden, sie zu Wort kommen lassen und ihre Anliegen ernstnehmen. „Wir wollen weiterhin professionell begleitete Kinder- und Jugendarbeit in den Gemeinden sicherstellen“, betont Jugendreferent Axel Büker.

Doch die Lebenswelt der Zielgruppe hat sich verändert: Schultage bis 17 Uhr, danach Musikschule oder Sport, abends Hausaufgaben – so kann der Alltag von Jugendlichen heute aussehen. Oder so: Kein Geld für warme Mahlzeiten, die Eltern selten zu Hause, kein Raum für Gespräche in der Familie. „Das Bild der offenen Tür ist passend. Wir möchten Teilhabe und demokratische Mitwirkung fördern, Jugendliche motivieren, selbst aktiv zu werden, sie aber auch begleiten, stärken und ihnen die notwendige Orientierung geben“, erklärt Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer.

Eine Gruppe junger Leute aus der Gemeinde Kornelimünster/Zweifall ging mit bestem Beispiel voran: „Wir haben für die Synode eine Rock-Andacht mit Poetry Slam vorbereitet. Das ist bei uns in der Gemeinde schon einmal erfolgreich gewesen“, berichtet Sven Lüchow.

Weg vom „Frontalunterricht“

„Es geht nicht nur um bequemere Stühle und eine moderne Musik. Wir müssen weg vom Gottesdienst mit Bibelinterpretation als ,Frontalunterricht‘, hin zu mehr Kommunikation und Interaktion. Es geht darum, die Bibel lebendig auszulegen und den Gottesdienst packend zu gestalten“, fasst der 20-jährige Lukas Lobert zusammen. Sich miteinander zu vernetzen, sich auszutauschen, Kaffee nach dem Gottesdienst, darauf komme es an. „Wir wollen Fragen stellen, diskutieren.“

Jugendliche von der Aachener Friedenskirche hatten im Vorfeld überlegt, welche Kirche Kinder und Jugendliche heute brauchen. „Es geht darum, wie die Evangelische Kirche im Kirchenkreis Aachen auf die sich verändernden Lebensbedingungen von Jugendlichen reagieren kann“, erzählt Jens Reimedes.

Es gehe darum, sich der Gemeinschaft zugehörig zu fühlen, Bezugspersonen zu finden – also eine konkrete Umsetzung von Glauben. „Die Bereitschaft der jungen Leute, sich einzubringen, ist beeindruckend. Es ist wichtiger, eine Heimat in der Kirche zu finden, als die Bibelverse zu kennen. Eine Vernetzung der Konfirmanden mit der Jugendarbeit ist ein weiteres Ziel. Jugendliche können einander mitreißen“, fasst Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer zusammen. Klar wird, wie wichtig Interaktion im Gottesdienst sowie eine moderne Auslegung der Bibel sind.

Der Jahresbericht des Superintendenten und der Beschluss des Kirchenkreishaushalts waren weitere Tagesordnungspunkte sowie ein Gottesdienst, an dessen Gestaltung auch minderjährige Flüchtlinge mitwirkten, die jetzt in Aachen leben. Bei der Kreissynode kommen einmal jährlich mehr als 100 Delegierte aus den 13 Gemeinden des Kirchenkreises zusammen.

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