Aachen - Wie man alte Häuser schön warm einpackt

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Wie man alte Häuser schön warm einpackt

Von: Christopher Gerards
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Interessanter Talk: Moderator
Interessanter Talk: Moderator Bernd Büttgens hatte Experten zu Gast, die wichtige Tipps zur Sanierung von Altbauten geben konnten. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das Thema Energiepolitik ist derzeit hochaktuell. Atomenergie will kaum jemand mehr, auch das Öl wird auf Dauer knapp. Da werden die Rufe nach erneuerbarer und effizienter Energie immer lauter. Doch was heißt das für die eigenen vier Wände und vor allem für den eigenen Geldbeutel? Explodieren die Nebenkosten? Wird Wohnen gar unbezahlbar?

Um diese Fragen rankte sich am Sonntag eine Podiumsdiskussion auf der Baumesse Aachen, die von Bernd Büttgens, dem stellvertretenden Chefredakteur unserer Zeitung, moderiert wurde.

Sinnvoll investieren

„Viele Häuser haben erhebliche energetische Defizite”, sagte Franz Jansen von der veranstaltenden Sparkassen-Immobilientochter S-Immo. Da sei es wichtig, dass der Eigentümer diese Defizite kenne, um sinnvoll investieren zu können. Michael Stephan von Altbau Plus hatte die passenden Zahlen parat: Von 120 000 Wohnungen in Aachen seien zwei Drittel sanierungsbedürftig - besonders jene, die mehr als 30 Jahre auf dem Buckel haben.

Doch wie packt man das an? „Ohne fachliche Beratung sanieren, das kann ich keinem raten”, erklärte Jansen. Als Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale wird Maria Feldhaus häufiger gefragt, was man denn tun könne. Sie meinte: „Auch mit kleinen Maßnahmen kann man etwas erreichen. Zum Beispiel mit der Dämmung der Keller- oder der Obergeschossdecke.” Stawag-Vorstand Christian Becker denkt da an das Thema Strom. Schon 60 Prozent ihrer Kunden könne die Stawag reinen Ökostrom bieten.

Und ein größeres Projekt ist auch in Planung. Gemeinsam mit der Gewoge will man die sogenannte Kanalrestwärmenutzung vorantreiben. Im Bereich der Jülicher Straße soll die Temperatur aus den relativ warmen Abwässerkanälen genutzt werden, um damit die Häuser zu heizen. „Das ist ein neuer Ansatz, der in der Technik überhaupt nicht neu ist”, erläuterte Bernd Botzenhardt von der Gewoge.

Dann ging der Blick nach vorne. Wie ohne Preissteigerungen auf Atomstrom und den damit notwendigen Ausbau neuer Erzeugungsanlagen zu verzichten sei, „ist mir nicht zugänglich”, so Becker. Jansen schaute dagegen auf den Immobilienmarkt: „Der Wert einer Immobilie wird in Zukunft davon bestimmt sein, wie energieeffizient sie ist.” Indes widmete sich Stephan dem demografischen Wandel. Wegen rückläufiger Renten müsse der Wohnraum bezahlbar sein, vor allem die Nebenkosten. Aber: „Die Schere zwischen Neubau und Altbau wird weiter auseinanderklaffen.”
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