Wie in Kriegszeiten eine gebratene Sau im Bett warm gehalten wird

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Einblicke in die Kriegszeit: Anja Kipp und Silke Gärtner (stehend v.l.) präsentierten in der Seniorenresidenz „bona fide“ das Heft „Geschichten aus Aachen-Nord“. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Geschichte vom Schwein im Bett hat Anja Kipp so gut gefallen, dass sie auf die Idee kam, alte Menschen von ihren Erfahrungen erzählen zu lassen, und die Geschichten in einem Band zusammenzufassen.

Das Ergebnis wurde jetzt in der Seniorenresidenz „bona fide“ vorgestellt. Es kann sich sehen und lesen lassen. Das überwiegend ältere Publikum hatte jedenfalls sichtliches Vergnügen an den unterschiedlichen Rückblicken in noch nicht vergessene Zeiten.

Insgesamt zehn Geschichten sind bei dem Projekt zusammen gekommen. Jede einzelne wurde von Dr. Klaus Schlupp aufgeschrieben und von Richard Wollgarten ins Platt übersetzt. Dabei hat es die Geschichte vom Schwein im Bett der Projektleiterin Anja Kipp ganz besonders angetan. Tatsächlich erzählt diese Geschichte in amüsanter Weise, wie in Kriegszeiten eine gebratene Sau im Bett warm gehalten wird, bis die Gäste eintrudeln.

Überhaupt spielt Ernährung eine große Rolle. Aber auch die Umgangsformen zwischen Erwachsenen und Kindern und Familienerinnerungen kommen zur Sprache. „Von Düesjelappe und Schlittenrennen“ erzählt von Spielen, die heute keiner mehr kennt. Und beim „Feiern im Altenheim“ wird deutlich, dass auch an Demenz erkrankte Menschen etwas leisten können – auch wenn es zunächst gar nicht danach aussieht.

Alles in allem bieten die Geschichten einen tiefen Einblick in das Leben zu Kriegszeiten und danach. Silke Gärtner vom Stadtteilbüro Aachen-Nord hat das Potential gleich erkannt.

Reicher Schatz

Das Heftchen wurde aus dem Verfügungsfonds Aachen-Nord im Rahmen von „Soziale Stadt NRW“ finanziert.

Und Silke Gärtner hatte auch gleich eine Idee, wie man diesen reichen Schatz an Erinnerungen mit den entsprechenden Fotos weiter nutzen kann.

Lesepaten werden die Geschichten in der Kita Kunterbunt in der Sigmundstraße vorlesen. „So fördern wir den Austausch zwischen Groß und Klein“, meint Gärtner. Außerdem blieben Wissen, Geschichten und Anekdoten aus dem Stadtteil erhalten.

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