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Wer sich zum CHIO in Aachen bettet, zahlt viel

Von: Katharina Menne
Letzte Aktualisierung:
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Aachen begrüßt die Gäste und Teilnehmer des CHIO – auch wenn‘s in den Hotels in der Reitturnierwoche traditionell teuer wird. Foto: Harald Krömer, Andreas Steindl

Aachen. Wer in diesen Tagen auf die Idee kommt, noch eben einen Städtetrip nach Aachen am nächsten Wochenende buchen zu wollen, der wird staunen – und es sich vielleicht doch noch anders überlegen. Die Stadt ist zu über 80 Prozent ausgebucht.

Die Preise für die letzten verbliebenen Hotelzimmer sind in utopische Höhen geklettert. „Ich würde niemandem empfehlen, der nicht pferdesportbegeistert ist, am CHIO-Wochen­ende nach Aachen zu kommen“, sagt Tobias Sinzig, Hoteldirektor des neuen „Hampton by Hilton“.

Obwohl man dort erst seit Anfang Juni überhaupt Zimmer buchen kann und der erste Gast vor gerade einmal einer guten Woche einen Fuß über die Schwelle des Hotels an der Krefelder Straße setzte, sind die Zimmer in der kommenden Woche bereits zu mehr als zwei Dritteln belegt. Von Freitag auf Samstag sogar komplett. „Noch sind wir eigentlich eher ein Geheimtipp, aber für Events in der Soers liegen wir natürlich ideal“, sagt Sinzig. Zu Fuß sind es nur wenige Minuten bis zum CHIO-Gelände.

Auch die Mitarbeiter des „aachen tourist service“ (ats) weisen Anrufer darauf hin, dass Aachen zur CHIO-Zeit voll und teuer ist. „Wir sind da ganz ehrlich. Bei solchen Großveranstaltungen muss man rechtzeitig buchen“, sagt Matthias Glotz, Geschäftsführer des ats. Ihm wurden am Freitag nur noch acht verfügbare Unterkünfte in seinem System angezeigt. Wirklich bezahlbar werden die Zimmer erst in Hürtgenwald oder auf der anderen Seite der Grenze.

Es gibt kein Event in Aachen, das die Kassen so klingeln lässt wie der CHIO. Doch während die Preise in Restaurants und im Einzelhandel weitestgehend konstant bleiben, reagieren die Hoteliers auf die Nachfrage und erhöhen die Preise. Im Schnitt sind die Zimmer gut doppelt so teuer wie an normalen Wochenenden.

Wie groß der Unterschied kurz vor knapp tatsächlich ist, lässt sich leicht über die Buchungsportale im Internet oder auch über die Seiten der Hotels herausfinden. Bei „booking.com“ ist die günstigste der 13 noch verfügbaren Unterkünfte für einen Einzelreisenden im Zeitraum 21. bis 23. Juli das Hotel Buschhausen in Burtscheid. Dort ist ein Einzelzimmer für 230 Euro zu haben. Eine Woche später zahlt man dafür auf diesem Portal nur noch 94 Euro für zwei Nächte.

Noch extremer ist der Preisunterschied im Hotel Innside an der Sandkaulstraße. Am CHIO-Wochenende war zum Zeitpunkt der Buchungsanfrage auf der Hotel-Homepage nur noch die Preiskategorie „Guestroom“ verfügbar, für die 682 Euro ohne Frühstück veranschlagt werden. Eine Woche später kostet das Zimmer dann nur noch 169 Euro für zwei Übernachtungen.

Wolfgang Winkler, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Aachen, betont jedoch, dass sich vorab nur schwer Aussagen über die Durchschnittspreise während solcher Großveranstaltungen treffen lassen. „Frühbucher, Gruppen und Stammgäste zahlen natürlich andere Raten als Last-Minute-Reisende“, sagt er. Die Kalkulation der Hotelbesitzer sei sehr flexibel. Winkler ist selbst Besitzer von vier Hotels: vom Aquis Grana Cityhotel in der Innenstadt, vom Rosenparkhotel in Laurensberg sowie vom Art Hotel und dem Art Hotel Superior in Burtscheid. „Natürlich freuen sich die Hoteliers über Veranstaltungen wie den CHIO“, sagt er. „Währenddessen lassen sich gute Preise erzielen. Doch ein Hotel muss kontinuierlich ausgelastet sein, sonst würde es sich auf Dauer nicht rechnen.“

Viele Gäste, die seit Jahren zum Turnier nach Aachen kommen, wüssten, dass sie sich rechtzeitig um ein Zimmer kümmern müssen. „Viele buchen schon dieses Jahr bei der Abreise wieder für nächstes Jahr“, sagt Winkler. Gut ein Drittel seiner Gäste seien Stammgäste.

Die ats-Mitarbeiter haben vor und während des CHIO alle Hände voll zu tun. Der Tourist-Service kooperiert mit dem Turnierausrichter, dem Aachen-Laurensberger Rennverein, und bringt in dessen Auftrag die Reiterteams in den Hotels der Stadt unter. Aber auch die regulären Anfragen steigen in den Wochen davor kontinuierlich an. „Wir setzen für die Zeit extra weitere Mitarbeiter ein und verhängen eine Urlaubssperre“, sagt Matthias Glotz – womit er in Aachen sicher nicht der einzige ist.

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