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Wer eine Marterstrecke sucht, muss zum Boxgraben

Von: Heiner Hautermans und Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
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Als Schlaglöcher kann man das nicht mehr bezeichnen, was momentan auf dem Boxgraben Fahrzeuge und Insassen durchrüttelt, eher ist es eine Aneinanderreihung von Kraterlandschaften. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Lebensfortgeschrittene Autofahrer kennen das Phänomen noch: In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts waren die meisten der damaligen Straßen so. Und wurden auch entsprechend benannt: Marterstrecke oder Folterkammer.

Die Fahrbahnoberfläche bestand aus Vertiefungen, Löchern und Unebenheiten, verbunden durch Hubbel. Auf einigen Straßen Aachen dürfte sich derzeit für diese altgedienten Pkw-Lenker ein Déjà-vu-Erlebnis einstellen, vor allem auf dem Abschnitt Boxgraben zwischen Marschiertor und der Kreuzung Mozartstraße.

Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass Straßen unter einem strengen Winter leiden, besonders wenn das Thermometer wochenlang um die Nullpunkt pendelt. Dann dringt nämlich Wasser in den Asphalt, friert, dehnt sich aus und sorgt für allerlei Unheil. Doch dass man sich bei der Passage ernsthafte Sorgen um den Fortbestand des fahrbaren Untersatzes, vor allem des Fahrwerks, machen muss, dieser Zustand ist einigermaßen einmalig. Ebenfalls zu besichtigen auf der Bismarckstraße, dem Hohenzollernplatz, der Alt-Haarener-Straße und der Viktoriaallee. Wobei diese kleine Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

„Fünf Straßenbegeher sind für den Stadtbetrieb im gesamten Stadtgebiet unterwegs”, sagt Stadtsprecher Axel Costard. Jede Stelle, an der ihnen etwa ein Schlagloch auffällt, melden sie an den Stadtbetrieb, der dann mit einem Arbeitstrupp ausrücke, um die Stelle auszubessern, erklärt Costard das Prozedere.

Dabei arbeite der Trupp mit zweierlei Arten Asphalt - kaltem und warmem. „Der kalte wird bei Minusgraden verwendet, inzwischen kann allerdings wieder warmer Asphalt benutzt werden”, so Costard. Mit diesem Asphalt werde zunächst das Schlagloch aufgefüllt, dann komme eine Sandschicht darüber, „damit der Bitumen nicht an Fußsohlen oder Reifen kleben bleibt”, erklärt der Mitarbeiter des städtischen Presseamtes, der betont: „Das ist nur eine provisorische Maßnahme.” Bei besserer Witterung, etwa ab März, würden diese Stellen dann ordentlich repariert.

Der Stadtbetrieb sei natürlich nicht ausschließlich auf die fünf Straßenbegeher angewiesen, „wir reagieren natürlich auch auf Hinweise aus der Bevölkerung”, sagt Costard. Aber natürlich gebe es nach dem harten Winter derzeit viele Frostschäden, die es auszubessern gelte. Daher bittet er um Verständnis, wenn es an der einen oder anderen Stelle mal etwas länger dauern sollte, bis der Arbeitstrupp anrückt.

Ein Sonderfall

Der untere Boxgraben zwischen Marschiertor und Dreiräubereck sei zudem ein Sonderfall. Der Sanierungsbedarf dieses Teilstücks sei seit langem bekannt, „daher ist der Boxgraben auch in die langfristige Planung der zu sanierenden Straßen aufgenommen worden”. Dabei werde dann auch das Kanalnetz - wie zuletzt am oberen Boxgraben zwischen Dreiräubereck und Schanz - erneuert. „Allerdings wird damit in diesem Jahr nicht mehr begonnen”, sagt Axel Costard.
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