Aachen - Wenn die WM startet, hat Aachen schon Sieger

Wenn die WM startet, hat Aachen schon Sieger

Von: Margot Gasper
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Aachen. Freitag, 11. Juni, 16 Uhr: In Johannesburg wird mit der Begegnung Südafrika gegen Mexiko die Fußball-Weltmeisterschaft eröffnet. Auf dem Willy-Brandt-Platz in Aachen stehen dann schon die Sieger fest.

Denn beim Streetsoccer-Turnier gewinnen alle, die mitmachen: An die 90 Mädchen und Jungen aus den Jugendzentren in und um Aachen kicken in 16 Mannschaften um Turnierehren - eine kleine WM mit multinationalen Teams.

Das Streetsoccer-Turnier ist Teil der Informationskampagne „Wir bilden Persönlichkeiten” zur außerschulischen Bildung, die die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Offener Türen (Agot) im Juni und September gestalten (wir berichteten). In der Agot sind 26 Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Region zusammengeschlossen.

„Vor dem Hintergrund der aktuellen Bildungsdiskussion wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Bildung mehr ist als Schule und Lernen nach Plan”, erklärt Udo Breuer, Leiter der Fachstelle für kirchliche Jugendarbeit im Büro der Regionaldekane.

„Offene Jugendarbeit spielt neben Schule und Elternhaus eine wichtige Rolle.” Gerade zur Fußball-WM ist das Themenfeld Fußball natürlich ein Muss. Und während die jungen Mannschaften schon fleißig trainieren, legt das Organisationsteam letzte Hand an die Vorbereitung. Um den reibungslosen Ablauf kümmern sich Richard Okon und Michael Dragnea von der Offenen Tür Josefshaus, Jürgen Gerhards (Kinder- und Jugendzentrum Driescher Hof), Dieter Rütten (Carl-Sonnenschein-Haus) und Benedikt Richtsteig (Kinder- und Jugendzentrum St. Hubertus).

Drei Spieler, kein Torwart

Am Kugelbrunnen wird am 11. Juni ein zwölf mal sieben Meter großes Streetsoccer-Feld mit Bande und Netz drumherum aufgebaut. Gespielt wird in Dreier-Teams - ohne Torwart - auf kleine Tore. Die Mannschaften dürfen nach Belieben auswechseln. Und jedes Spiel dauert nur fünf Minuten. „Das reicht aber auch”, sagt Dieter Rütten. „Denn auf dem kleinen Feld sind die Spieler nach fünf Minuten platt.” Außerdem sollen beim Turnier möglichst viele junge Kicker zum Einsatz kommen.

Die Zwölf- und 13-Jährigen treten von 15 bis 17.30 Uhr an, die 14- und 15-Jährigen von 17.30 bis 20 Uhr. Jedes der 16 Teams kriegt am Ende einen Pokal. Worauf es aber wirklich ankommt, das ist der große Fair-Play-Pokal. Natürlich soll es um Tore und Spaß am Fußball gehen, vor allem aber sollen Respekt und gegenseitige Achtung demonstriert werden. „Und genau das ist Bildung, und zwar ganz lebensnah”, sagt Richard Okon. Als Schirmherrin des Turniers haben die Organisatoren Elke Münich, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule, gewinnen können.

Aus Agot-Sicht ist die Bildungsdebatte in den letzten Jahren überwiegend als Schulentwicklungsdebatte geführt worden. Bildung, sagen die Initiatoren der Kampagne, geht aber über die formale Qualifikation weit hinaus. „Kinder und Jugendliche brauchen Vorbilder und Gestaltungsfreiräume sowie Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen und Grenzerfahrungen zu machen”, heißt es in einem Positionspapier der Agot. Die offene Jugendarbeit biete den jungen Leuten genau solche „Lernwelten”.

Zuschauer willkommen

Die Kampagne setzt sich dafür ein, dass die Jugendzentren auch künftig Lebensräume ohne Leistungsdruck und Notenstress bleiben. Sie versteht sich aber auch als Appell für eine „verlässliche personelle und finanzielle Ausstattung”.

Das Turnier auf dem Willy-Brandt-Platz soll den Zusammenhalt und das Wir-Gefühl der Jugendlichen stärken. Wer nicht auf dem Spielfeld rennt, ist deshalb als Schlachtenbummler dabei. Und die Passanten sind ebenfalls eingeladen, die jungen Teams anzufeuern.

Kochkurse, Kultur, Fußball und ein Aktionstag

„Was isst du?” Am 7. Juni startet eine Aktionswoche mit Kochkursen in allen 26 Einrichtungen. Am 10. Juni, 21.04 Uhr, ist ein von Jugendlichen produzierter Beitrag zum Thema Ehrenamt Radio 107,8 - Antenne AC zu hören. Das Streetsoccer-Turnier beginnt am 11. Juni um 15 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz.

Nach den Sommerferien geht die Kampagne mit zwei Veranstaltungen weiter. Am 17. September, 17 bis 19 Uhr, gibt es ein „Expertenhearing” zum Thema Jugendkultur im Schülercaf, Aachen-Fenster.

Abschluss der Reihe ist am 25. September mit dem Aktionstag „Fit 4 Life” auf dem Willy-Brandt-Platz. Von 12 bis 16 Uhr findet dort ein vielfältiges Programm statt.

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