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Wenn das Ungeborene krank ist: Mehr Beratung

Von: mg
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Aachen. „Leider wird Ihr Kind schwerstbehindert sein.” Wenn werdende Eltern solch einen Befund von ihrem Arzt erhalten, dann bricht für sie eine Welt zusammen. Und sie müssen eine Entscheidung treffen, die ihr weiteres Leben prägen wird: für eine Fortführung der Schwangerschaft oder für eine Spätabtreibung.

In die Umstände dieser Entscheidung greift nun der Gesetzgeber ein mit dem Ziel, schwangere Frauen nach einer vorgeburtlichen Untersuchung besser aufzuklären und zu beraten. Zum 1. Januar sind die Ergänzungen zum Schwangerschaftskonfliktgesetz in Kraft getreten, die der Bundestag 2009 beschlossen hat.

Im Kern nimmt die Gesetzesänderung die Ärzte stärker in die Pflicht. Sie müssen die Schwangere zum Beispiel ausdrücklich darauf hinweisen, dass sie sich psychosozial beraten lassen können, und sie müssen die Frauen auf Wunsch in eine Beratungsstelle vermitteln. Erst 72 Stunden nach Mitteilung der Diagnose darf der Arzt eine medizinische Indikation stellen, die eine Spätabtreibung ermöglicht.

Martina Hartmann, Beraterin bei der Schwangerschaftsberatungsstelle „donum vitae”, findet diese Drei-Tage-Frist sehr sinnvoll. „Wenn Eltern erfahren, dass ihr Kind schwerkrank ist, verlieren sie den Boden unter den Füßen. Sie brauchen diese 72 Stunden, um sich darüber klarzuwerden, wie es weitergehen soll.”

Und aus Sicht der Beraterin brauchen Eltern in dieser Notlage auch die Krisenintervention einer Beratungsstelle. „Alle Frauen, die sich beraten lassen, finden diese Unterstützung hilfreich. Aber längst nicht alle Frauen wissen von diesem Angebot.” Unter dem Strich begrüßt „donum vitae” die neue Regelung als „bestmöglichen Kompromiss”.

Dr. Karl-Ludwig Marquet ist Frauenarzt für pränatale Diagnostik in Aachen. Er rät seinen Patientinnen nach einem schlimmen Befund zur psychosozialen Beratung. Dr. Marquet begrüßt deshalb die Gesetzesänderung. „Eine psychosoziale Beratung ist enorm wichtig”, sagt er. „Nach einer solchen Diagnose müssen die Paare die Weichen stellen: für das Leben mit einem schwerkranken Kind oder für einen Abbruch. Da muss man eine gefestigte Entscheidung treffen. Denn wenn die Entscheidung klar ist, ist auch die Verarbeitung später einfacher.”

Der Verein „donum vitae” ist Träger einer staatlich anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle. Frauen und Paare finden dort Hilfe in allen Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt. Ein Schwerpunkt der Arbeit im Regionalverband Aachen-Stadt und Aachen-Land ist die Beratung und Begleitung von Frauen und Paaren vor, während und nach vorgeburtlicher Diagnostik. Termine können kurzfristig über den Frauenarzt oder direkt in der Beratungsstelle Franzstraße 109, abgemacht werden: 0241/4009977, E-Mail aachen@donumvitae.org
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