Wenn das Streusalz nicht macht, was es soll

Von: Holger Richter und Werner Breuer
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Nicht nur Autofahrer leiden unter den Straßenverhältnissen. Auch dieser Radfahrer tut sich in der Alfonsstraße schwer. Foto: Sophie Feggeler
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Die Zufahrten zur A544 – wie hier in Verlautenheide – waren nach dem Lkw-Unfall bis gestern Mittag um 11.30 Uhr gesperrt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Wetterwarte in Orsbach hat genau nachgemessen: Es waren exakt vier Zentimeter Neuschnee, die von 14 Uhr am Dienstag bis Mittwoch über Aachen niedergegangen sind. Vier Zentimeter, die zusammen mit dem derzeitigen Dauerfrost „völlig normal für einen Januar sind“, wie eine Sprecherin den „Nachrichten“ am Mittwoch explizit bestätigte.

Dennoch war die Aufregung groß: bei den Öcher Kindern, die endlich ihren Schlitten rausholen konnten, bei den Autofahrern, die im Stau steckten oder bei Anwohnern auf der Hörn, an der Schanz oder auch im Aachener Süden, die sich über – scheinbar – nicht geräumte Straßen ärgerten. Daran war jedoch nicht alleine das Wetter schuld.

Für die vielerorts schneebedeckten Straßen machte der Aachener Stadtbetrieb nämlich das verwendete Streusalz verantwortlich. Aufgrund einer ungewöhnlichen Temperaturentwicklung – nachts zunächst steigend, gegen morgen wieder fallend – habe offenbar das Salz den Schnee nicht wie gewöhnlich getaut, teilte Harald Beckers vom städtischen Presseamt mit. Es sei durchaus geräumt und gestreut worden. „Der Stadtbetrieb ist derzeit zwischen 3.30 Uhr in der Früh und 22 Uhr abends im Dauereinsatz“, so Beckers. Für die restliche Zeit gebe es eine Rufbereitschaft. Allein, das Salz habe an einigen Stellen nicht funktioniert. Die Frage nach dem Warum konnte Beckers allerdings noch nicht beantworten. „Der Stadtbetrieb wird der Sache auf den Grund gehen“, kündigte er an.

Für die Verkehrsbehinderungen auf den Aachener Straßen waren Schnee und Salz jedenfalls nicht allein verantwortlich. Denn zum einen kam es nach Auskunft der Polizei zu verhältnismäßig wenigen wetterbedingten Unfallen. Bis Mittwochmittag zählte die Polizei nur drei in der gesamten Städteregion. Und zum anderen hatten die Stauungen mitunter andere Ursachen. So sorgte ein technischer Defekt ausgrechnet im morgendlichen Berufsverkehr dazu, dass die Bahnschranke am Prager Ring zwischen 8.37 und 9.28 Uhr geschlossen blieb. Dies wiederum sorgte für zum Teil erhebliche Rückstaus auf dem Ring und der Krefelder Straße. Und diese Strecken waren ohnehin schon stark belastet, weil nach dem Lkw-Unfall am Europaplatz von Dienstagabend die A544 zu dieser Zeit immer noch gesperrt war. Erst gegen 11.30 konnte die Autobahn wieder frei gegeben werden.

Wie berichtet war gegen gegen 21.50 Uhr ein mit tonnenschweren Papierrollen beladener Sattelzug bei der Einfahrt von der A544 auf den Europaplatz umgekippt. Ursächlich war neben den Fahrbahnverhältnissen allerdings auch die Tatsache, so die Polizei, dass der 48-jährige Fahrer betrunken war. Er musste von der Feuerwehr aus seinem Fahrerhaus befreit werden und wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Bergung der Ladung und des havarierten Lkw zog sich schließlich bis 11.30 Uhr hin, auch weil Unmengen an Kraftstoff ausgelaufen waren, die von Feuerwehr und Landesbetrieb entfernt werden mussten.

Von diesem Unfall betroffen war auch die Aseag. Wegen Behinderungen rund um den Europaplatz hinkte die Rote Flotte auf einigen Linien dem Fahrplan bis zu 30 Minuten hinterher. Wetterbedingt hingegen kam es im Berufsverkehr zu Verspätungen von rund 15 Minuten, geschuldet dem Umstand, dass alle bei winterlichen Straßenverhältnissen etwas langsamer fahren.

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