Wenn Aachener Designer in Lappland das Eis bügeln

Von: a
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Präzisonsarbeit mit ungewöhnlichem Material: Ein Student formt das Eis. Foto: Handwerkskammer

Aachen/Arvidsjaur. Dass man Eis auch bügeln kann, ist nur eine der vielen neuen Erkenntnisse, die die Studenten der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg bei ihrem Aufenthalt in der subarktischen Landschaft Lapplands gewonnen haben.

Zwei Wochen waren sie dort, bei Außentemperaturen bis zu Minus 30 Grad Celsius sorgten sie für den Innenausbau des „Iglootels“. Etwa 18 Kilometer von der Stadt Arvidsjaur entfernt, ist so das größte Iglu-Hotel der Welt entstanden.

Die 15 Nachwuchsdesigner, Studenten im ersten und fünften Semester auf Gut Rosenberg, einem Bildungszentrum der Handwerkskammer für die Region Aachen, arbeiteten beim Innenausbau der Iglus mit einem für sie eher ungewohnten Materialien: Schnee und Eis. Und wenn es etwa darum ging, zwei Flächen miteinander zu verbinden, kam auch das Bügeleisen zum Einsatz. „Das war für die Studenten eine wunderbare Erfahrung. Man kann den Lehrstoff nicht besser vermitteln als mit so einem Projekt“, sagt Dr. Hans Präffcke, Dozent der Designakademie, der die Studenten nach Lappland begleitete.

Eingeladen hatte die Firma „Fly Car“. Das Unternehmen fliegt seit zwölf Jahren Mitarbeiter der internationalen Automobilindustrie zu ihren Wintertestgebieten im schwedischen Teil Lapplands. Dort will man ihnen mit dem neuen „Iglootel“ nun eine besondere Anlaufstelle bieten.

Die jungen Designer gestalteten zwei Event-Iglus, zehn Schlaf-Iglus, die Verbindungsgänge und die Rezeption. Dabei wurden Symbole verwendet, die der Kultur der Sami, einem indigenen Volk aus dem Norden Skandinaviens, entlehnt sind. So wurden beispielsweise in die Theke aus Schnee in einem der Event-Iglus Rentierfiguren hineingeritzt, die sich auf eine Sage der Sami beziehen. „Zur Vorbereitung hatten wir uns ein Semester lang mit der Kultur dieses Volkes beschäftigt“, sagt Präffcke.

Ihren Auftraggeber haben die Studenten mit Entwurf und Umsetzung jedenfalls überzeugt: Er würde im kommenden Jahr gerne wieder Studenten von Gut Rosenberg in Lappland begrüßen. Und auch Präffcke ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Die Studenten haben das klasse gemacht. Täglich zehn Stunden auf der Baustelle und das unter extremen äußeren Bedingungen sind eine wahnsinnige Kraftanstrengung.“

Lange wird das „Iglootel“ nicht bestehen. Sobald im Frühjahr das Tauwetter einsetzt, wird es Stück für Stück verschwinden, bis am Ende nur noch die Holztüren und das Mobiliar übrig bleiben. Aber für die gibt es weitere Verwendung: im nächsten „Iglootel“.

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