Weitere Entlastung für den JVA-Freigänger

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. „Ich habe doch gar nicht geschrien”, berichtete am Donnerstag die Zeugin im Fall der drei wegen Totschlags vor dem Aachener Schwurgericht angeklagten jungen Männer, die im Sommer letztes Jahr in einem Mietshaus an der Gartenstraße einen 42-jährigen Mann mit Tritten auf den Kopf und in den Körper getötet haben sollen.

Die Aussage der Zeugin (29) ist von einiger Bedeutung. Denn der Freund des Opfers (42) und dessen Verlobte hatten angeben, die Männer seien von der darunterliegenden Etage zu jener darüber liegenden Wohnung gegeilt, weil sie daraus verängstigte Schreie einer Frau gehört hätten. Da trafen sie dann auf die späteren mutmaßlichen Täter. Die mischten nämlich in der oben genannten Wohnung gerade die Feier auf, wahrscheinlich wollte einer dort Drogen kaufen.

Als anscheinend kein Stoff da war, wurde die Situation gewalttätig: „Der mit dem Ohrring stürzte sich auf ihn und gab ihm einen Schlag ins Gesicht”, erklärten die Zeugin und ihr Freund. Nach eigenen Angaben hatten alle erheblich getrunken, die junge Frau hatte Geburtstag. Vor allem David C., der mit dem Ohrring, sei völlig aggressiv gewesen. Die beiden anderen Angeklagten jedoch, es sind Cousins, hätten geschlichtet, einer habe sogar den schlagenden C. aktiv zurückgehalten. Das war, bevor die beiden anderen Mieter von unten zu der Situation stießen. Dann ging es mächtig laut draußen im Flur weiter, schilderte die Zeugin den nächtlichen Ablauf, genaues konnte sie aber nicht berichten. Vor allem habe sie sich die Ohren zugehalten und sei verängstigt sitzen geblieben. Sie wisse allerdings noch, dass sie einen der Angeklagten, nämlich Markus J., gebeten habe nachzusehen, warum da unten so ein Lärm sei. Der tat das und ward von ihr nicht mehr gesehen.

Markus J. hat als einziger eine Aussage gemacht. Er lässt sich so ein, dass er genau diese Gelegenheit genutzt habe, um sich aus dem Haus zu entfernen, ohne jede Gewalttätigkeit. Denn er habe als Freigänger der JVA eine Heidenangst gehabt, seine kurz bevorstehende Entlassung zu vermasseln. Die Zeugin wie auch andere Hausbewohner gaben an, nach der Tat massiv einerseits vom Kumpel des Opfers wie auch von unbekannten Männern im mittleren Alter bedroht worden zu sein.

Hintergrund könnte der Besitz eines Küchenmessers sein, dass das zweite an der Schlägerei beteiligte Opfer eventuell mit sich geführt habe. Die Verlobte des Verstorbenen gab am Donnerstag unter Tränen an, der Kumpel habe sich während der furchtbaren Tat, als man auf den Kopf seines Freundes eintrat, „einfach tot gestellt”.
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