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Weihnachtsmarkt: Mit dem Thermometer ran an den Glühwein

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Kontrolleur Andreas Cavelius (Mitte) misst die Glühweintemperatur, Weinspezialist Martin Kühn ist vom Landesamt für Verbraucherschutz dabei. Standmanager Philipp Sittardt (l.) ist gespannt. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Fiebermessen“ beim Glühwein: Die Lebensmittelkontrolleure der Städteregion legten am Mittwoch Hand (und Mund) an bei den Glühweinständen auf dem Weihnachtsmarkt. Sie testeten die Qualität und Sauberkeit auf dem Aachener Weihnachtsmarkt. Das Niveau war beachtlich hoch.

In vorderster Front in Sachen Glühwein, der bekanntlich dem einen Jecken dort, dem anderen aber anderswo am besten schmeckt, stand dann der gelernte Weinbauingenieur Martin Kühn des NRW-Landesamtes für Verbraucherschutz, der als Weinspezialist den Kollegen der Städteregion regelmäßig bei den Begehungen des Weihnachtsmarktes zur Hand geht.

Und die haben immer ein Thermometer in der Tasche, mit dem sie dem aromatischen, tief roten Gesöff, das an rund 20 Buden feilgeboten wird, auf den Leib rücken. Im Stand des Ratskellers fand man – zunächst angemerkt – eine hygienisch vorbildlich ausgestattete Theke vor, alles Paletti dort vor und hinter dem alten Gemäuer des Rathauses, wo angeblich einer der besten Glühweine ins Glas kommt.

Sorge dafür trägt eben Meisterkoch und Ratskellerbetreiber Maurice de Boer, der still beiseite genommen, selbstredend rein gar nichts über das selbst kreierte Rezept sagen wollte. Selbst unter Folter nicht, sagte er lachend. Dabei geht es im „Goldkäfig“ richtig heiß zu, etwas mehr als 80 Grad Celsius zeigte das Messgerät.

Kühn und der Aachener Kollege Andreas Cavelius empfahlen als Höchsttemperatur „bis zu 78 Grad“, denn das ist der Siedepunkt, nach dem sich Alkohol quasi in Luft auflöst, nämlich verdampft. Und wer von den Glühweinschlürfern in den Adventstagen will gerade das, niemand eigentlich. So versprach Standmanager Philipp Sittardt, den Weindurchlauf etwas kühler zu gestalten.

Heutzutage sei der Glühweinkessel mit dem blubbernden Heißgetränk kaum noch zu finden, das habe vor wie Nachteile, erkannten die Prüfer. Vorteil der modernen Geräte ist die absolut gleichbleibende Qualität, da gibt es kein Verkochen, kein mögliches Verschmutzen der offenen Flüssigkeiten. „Aber man kann auch kein Gläser mehr oben auf dem Kessel vorwärmen“, erkannte Kühn und fasste eine Glas an: „Richtig kalt, das leere Glas, also muss der Glühwein schon warm sein.“

Über den Alkoholgehalt gibt des nun die Bestimmung, dass er „zwischen 7 und 12,5 Volumenprozent“ haben müsse, dazwischen sei alles erlaubt, allerdings müsse der Wirt die Bezugsnachweise vor Ort bereithalten, mögliche Allergene müssen ausgewiesen werden.

Die Nachweise

Nachweise, die vorliegen müssen, sind auch die allgemeinen „Belehrungen“ fürs Personal. Da brauchte Peter Loosen, der neben seinem traditionellen Imbiss auf dem Katschhof jetzt eine rein vegetarische Verpflegungsvariante für die Hungrigen und nicht Wurst-affinen Mäuler anbietet, nur seine Ehefrau zu fragen.

Sie kam sofort mit einem ordentlichen Leitz-Ordner daher und sagte „die einzigen Männer, vor denen ich zittere, sind die im weißen Kittel vom Ordnungsamt“ – gänzlich grundlos, da war alles in bester Ordnung bei den Loosens, wie Prüfer Mathias Boese – er ist der Chef der 15 Kontrolleure – feststellte.

Wie übrigens auch beim Bäcker Nobis, der mit seinen Printen wie jedes Jahr auf dem Marktplatz auf gute Geschäfte hofft. Printenverkäuferin Petra Collé: „Wenn der Markt öffnet, kommen alle Printen kaufen, jedes Jahr aufs Neue!“

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