Aachen - Wechsel an der Spitze des Soerser Polizeipräsidiums

Wechsel an der Spitze des Soerser Polizeipräsidiums

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
7751466.jpg
Großer Bahnhof: Mit Blaulicht und Martinshorn eskortierten Kradfahrer aus drei Ländern den scheidenden Polizeipräsidenten zum Rathaus. Klaus Oelze bedankte sich bei jedem Polizisten persönlich. Foto: Ralf Roeger
7751467.jpg
Wechsel an der Spitze: Polizeipräsident Klaus Oelze (l.) wurde von Minister Ralf Jäger verabschiedet, Dirk Weinspach (r.) eingeführt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Krönungssaal im Aachener Rathaus, erbaut im 14. Jahrhundert auf karolingischen Resten, wo 31 frisch gekrönte Könige getafelt haben – mehr geht in Aachen nicht. Dort wurde am Montag der Stabwechsel im Polizeipräsidium vollzogen.

Hätte man es nicht auch eine Nummer kleiner machen können? „Ich empfinde es als unglaublich schönes Ambiente“, antwortet diplomatisch der neue Polizeipräsident Dirk Weinspach auf die direkte Frage. Und in den zahlreichen Reden zur Verabschiedung seines Vorgängers Klaus Oelze, der Ende dieses Monats in den Ruhestand tritt, wurde deutlich, dass man sich im Krönungssaal genau am richtigen Platz befindet. Im Herzen Europas und einer Region, in der der europäische Gedanke gelebt wird, auch und gerade in der Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden über die Grenzen hinweg.

Die Kooperationen mit den Niederlanden und Belgien hat Klaus Oelze in den elf Jahren seiner Spitzentätigkeit in Aachen maßgeblich mit ausgebaut und verstärkt, Lob erhielt er dafür von allen Seiten. Die offene und 100 Kilometer lange Grenze im Raum Aachen, hieß es, sei sicher eine wichtige Errungenschaft und ermögliche viele Kontakte, erschwere aber die Kriminalitätsbekämpfung.

Die trinationale Zusammenarbeit sei nicht einfach, „vor allem mit Holländern“, sagte so mit einem Schuss Selbstironie Gery Veldhuis, der Chef der Politie Limburg. Er dankte Oelze ebenso überschwänglich wie André Desenfants, der Direktor der Föderalen Polizei Eupen und Lüttich. Die Kontakte über die Grenzen hinweg funktionieren offensichtlich, bis hin zu gemeinsamen Streifen und Informationszentren.

Doch auch intern hat Klaus Oelze mehr getan, als nur Behördenleiter von 1700 Mitarbeitern (inklusive Auszubildenden) und oberster Repräsentant der westlichsten Polizei Nordrhein-Westfalens mit einem Einzugsgebiet von 700 Quadratkilometern in Stadt und Städteregion zu sein. Das schilderte eindrucksvoll Personalratsvorsitzender Rainer Axer. Der Chef sei sicher manchmal etwas knorrig gewesen, wenn ihm etwas gegen den Strich ging, er habe sich aber auch bei Mitarbeitern entschuldigen können und sich immer erkundigt, falls jemand ernsthaft erkrankt war oder sich verletzt hatte: „Das verdient höchste Anerkennung. Sie waren für uns ein Chef zum Anfassen.“

Hohe Anerkennung für den wechselseitigen Austausch kam auch von Elke Eschweiler, der Vorsitzenden des Polizeibeirates: „Sie sind ein niedersächsischer Aachener, den wir alle lieben und in Ehren halten werden.“ Kriminalhauptkommissar Alfred Wings, ehemaliger Karnevalsprinz und Büttenredner, formulierte es in Reimform so: „Ein Steuermann, der nie vergisst, dass sein Beruf auch Berufung ist.“

Auch Hausherr OB Marcel Phi-lipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg zeichneten vor 200 geladenen Gästen aus Justiz, Hochschule, Politik und Bistum ein höchst freundliches Bild des scheidenden PP Oelze. Philipp: „Ich fühle mich sehr sicher heute. Wir sind menschlich sehr gut ausgekommen.“

Oelze sparte in seiner Rede auch durchaus Probleme wie die Situation am Kaiserplatz, die Unterbringung von Sicherungsverwahrten nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte oder dem (erfolgreichen) Zurückdrängen von Neonazis nicht aus. Da sei es immer wieder erforderlich, dass alle Behörden, Betroffenen und Bürger zusammenarbeiteten.

Trotz allem sei der Beruf des Polizeipräsidenten in Aachen der schönste in der gesamten Landesverwaltung und die Zeit im Soerser Präsidium (Ende Mai elf Jahre und ein Monat) der Höhepunkt seines Berufslebens. Seine Freundschaften in Aachen will der in Neuss Wohnende weiter pflegen, künftig mehr Zeit mit Lesen, Fotos sortieren oder im Garten verbringen.

Sein Nachfolger Dirk Weinspach machte klar, dass er in Aachen nicht nur den Weihnachtsmarkt kennt, sondern auch viele private Kontakte hat und seine Tochter in Maastricht studiert hat. Die europäische Perspektive reizt ihn, die Bürgernähe liegt ihm am Herzen. Ziele sind die Bekämpfung der Einbruchs- und Gewaltkriminalität sowie Senkung der Unfallzahlen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert