Aachen - Weberstraße: Anwohner sollen im Hotel untergebracht werden

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Weberstraße: Anwohner sollen im Hotel untergebracht werden

Von: Heiner Hautermans
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Eine schwierige Baustelle, die Erneuerung der Brücke Weberstraße: Die Züge auf der Strecke Köln-Aachen fahren in dichtem Takt, die Wohnbebauung befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Die Anwohner sind sehr gebeutelt dort“, zeigte sich Gisela Weiß im Betriebsausschuss für den Stadtbetrieb am Dienstag verständnisvoll. Die Abteilungsleiterin Straßen- und Brückenunterhaltung meinte damit die Menschen in der Weberstraße, die aktuell durch die Bauarbeiten an der maroden Brücke über die Eisenbahnlinie Aachen-Köln genervt werden.

Nicht nur diese Baustelle sendet enorme Lärmimmissionen aus, Baumaßnahmen im Bereich des Luisenhospitals, des gegenüberliegenden Parkhauses und des nicht weit entfernten Bunkers an der Lütticher Straße sorgten oder sorgen ebenfalls für Lärmbelästigungen.

Begonnen haben die Arbeiten zur Erneuerung des Brückenbauwerks Anfang September, zunächst wurde eine Behelfsbrücke nur für Fußgänger und Radfahrer errichtet. Der größte Krach steht aber noch bevor, wenn nämlich die alte Brücke abgerissen wird. Es handele sich um eine schwierige Baustelle, erläuterte Beigeordneter Dr. Lothar Barth, weil die Strecke von Personen- und Güterzügen hoch frequentiert sei: „Wir sind nicht frei, wann wir arbeiten können. Die Bundesbahn gibt den Takt vor, der Betrieb muss gewährleistet werden.“ Zwar könne man sich per Ausnahmegenehmigung über die Vorschriften des Landes-Imissionsschutzgesetzes hinwegsetzen, das alle Betätigungen, die zwischen 22 und 6 Uhr die Nachtruhe stören, verbietet, doch: „Das wollen wir nicht, sondern wir wollen eine einvernehmliche Lösung mit den Anwohnern finden.“

Verschärfend hinzu komme die Enge an dieser Stelle, erläuterte Abteilungsleiterin Weiß, man sei von Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe umgeben, das Luisenhospital und ein Seniorenheim sind ebenfalls nicht fern. Zunächst einmal muss aber ein Lärmgutachten samt Maßnahmenplan erstellt werden, das derzeit in der Mache sei. Es könne auch nicht früher angefertigt werden, da man genau wissen müsse, welchen Gerätepark die ausführende Firma habe und welche Planung sie verfolge.

Klar ist aber, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Spitzen- und Ausnahmewerte von 55 Dezibel nachts überschritten würden. Unter der Woche könne man ohnehin nur an wenigen Nachtstunden arbeiten, an manchen Wochenenden die ganze Zeit über. So sollen zwischen dem 2. bis 20. Dezember montags bis freitags von 1 bis 4 Uhr Widerlager und Brücke entfernt werden, ab dem 11. Januar 2014 wird samstags und sonntags von jeweils 4.50 bis 4.50 Uhr gearbeitet, vom 10. bis 21. März wird montags bis freitags von 23.50 bis 4.10 Uhr weitergemacht.

Welche Vorschläge letztlich unterbreitet werden, soll nach Fertigstellung des Gutachten erörtert werden, möglicherweise werde das schon in der Sitzung des Mobilitätsausschusses am 14. November geschehen. Eine komplette Einhausung, überlegte Abteilungsleiterin Weiß laut, sei sicherlich nicht möglich. In einem Radius von 50 bis 100 Meter stünden 18 Häuser. Den Mietern könne man anbieten, im Hotel unterzukommen (bis zu 55 Euro ohne Frühstück).

Wenn man zwölf Bewohner pro Haus rechne und aus Erfahrungen der Bahn mit ähnlichen Baustellen wisse, dass nur jeder Zehnte dieses Angebot wahrnehme, seien die Kosten überschaubar: 12.000 bis 15.000 Euro, bei Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro, die je zur Hälfte von der Bahn und der Stadt getragen werden. Insgesamt dauern die Arbeiten etwa ein Jahr. Am 19. November wird eine Bürgerinformation stattfinden.

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