Was denkt und was fühlt ein Terrorist?

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
Früher saß Sebastian Ybbs im
Früher saß Sebastian Ybbs im Stolberger Stadtrat, heute ist er aktiv als Bildhauer, Performer - und Autor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Was haben Terroristen-Opfer wie Hanns-Martin Schleyer bei ihrer Entführung gefühlt? Diese Frage löste die Initialzündung bei Sebastian Ybbs aus und veranlasste ihn schließlich, ein Buch zu schreiben, bei dem es vor allem auch um Emotionen geht.

Die Handlung: Ein junger Mann findet neuen Halt in einer terroristischen Vereinigung. Bald darauf soll er einen Gefangenen bewachen. „Der Mann im Schatten und der Motorradfahrer auf dem Eis” schildert in einer Art Kammerspiel, wie die beiden diese Extremsituation erleben.

Sebastian Ybbs gab seinem Publikum in der Citykirche eine Kostprobe dessen, was das Buch ausmacht. Nicht die großen politischen Themen sollten dabei im Mittelpunkt stehen, sondern vielmehr Gefühle wie Wut, Verbitterung und Entschlossenheit. Und Ybbs wollte genau hinsehen und meint: „Auch hinter extremistischen Taten stehen Menschen.”

Zwischen den vorgetragenen Passagen aus seinem Buch sorgte Majan Kern auf der Altblockflöte für einen musikalischen Kontrast. Sie spielte Ausschnitte aus Sonaten von Jean Baptiste Loeillet und gab dem Abend damit eine ganz besondere Note.

Sebastian Ybbs heißt mit bürgerlichem Namen Holger Vanicek, wurde in Aachen geboren und lebte lange Zeit in Stolberg. Er begründete die Stolberger Grünen mit und saß dort im Stadtrat. Neben seiner Tätigkeit als Autor ist er auch als Bildhauer und Performer aktiv. Er lebt in Belgien. „Wenn ich ein Buch schreibe, dann entsteht ein Film in meinem Kopf”, beschrieb er beim Termin in der Citykirche die Art seines Arbeitens.

Vielleicht seien deshalb seine Beschreibungen derart detailreich und naturalistisch, mutmaßte Caren Braun, die den Abend moderierte. Eine Diskussion zum Thema „Deutscher Herbst” wurde daraus nicht. Aber Ybbs hat das Thema schon in seiner Jugend sehr interessiert.

In seinem Buch geht es ihm aber nicht in erster Linie um die Terroristen. Interessant sei eben auch, die Sympathisanten und Vordenker zu beleuchten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert