Aachen - Was beim Grillen so alles durch den Rost fällt

Was beim Grillen so alles durch den Rost fällt

Von: Georg Dünnwald und Juliette Blot
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Sieht gut aus und schmeckt: Fisch und Zucchini auf dem Grill. Zum Grillen bietet die Stadt Aachen allerlei Möglichkeiten, auch wenn man keinen eigenen Garten hat. Foto: R. Roeger (4), A. Herrmann, Stock/CTK

Aachen. Die Grillsaison ist voll im Gange. Und was gibt es Schöneres, als Gebratenes in freier Natur zu genießen? Wer keine Möglichkeit hat, im eigenen Garten oder auch auf dem Balkon zu grillen, braucht in Aachen aber nicht darauf zu verzichten.

Die Stadt bietet allerlei Möglichkeiten, Fleisch und Gemüse auf den Rost zu werfen. Dabei ist das städtische Angebot in den Parkanlagen kostenfrei. Für Grillhütten jedoch muss eine Gebühr entrichtet werden.

Gebührenfrei sind alle sogenannten Grillplätze in öffentlichen Anlagen, wie beispielsweise im Kennedypark. In einem abgegrenzten Areal darf dort mit der Glut hantiert werden. Aber Achtung: Auf den öffentlichen Plätzen darf nur bis 22 Uhr gegrillt werden. Grillgeräte muss der Freizeitröster selbst mitbringen – und nachher einfach stehenlassen darf er sie auch nicht. Denn die Besucher müssen bei kostenfreien Grillplätzen selbst dafür sorgen, dass kein Müll liegenbleibt. Klingt einfach, sollte es auch sein. Trotzdem bleiben fast immer Reste von angenagten Knochen, Koteletts oder halbvolle Bierflaschen liegen, die am nächsten Tag dann von den Männern des Stadtbetriebs weggeräumt werden müssen.

Rund 45 Mitarbeiter im Einsatz

Und die räumen eine Menge weg, wenn die Grillsaison läuft. „An jedem Montag sind allein in der Aachener Innenstadt rund 45 Mitarbeiter damit beschäftigt, den Unrat, der sich am Wochenende angesammelt hat, wieder wegzuräumen“, sagt Ilse Rosa Stollenwerk, die Leiterin des Grünflächenamtes innerhalb des Stadtbetriebs.

Meist reicht allerdings nicht der Montag aus. Auch noch den halben Dienstag, manchmal sogar den ganzen Dienstag sind die Grünpfleger der städtischen Parks als Müllmänner unterwegs. „Darüber hinaus wird noch ein Tag in der Woche für das Säubern der Parkanlagen benötigt“, sagt Ilse Rosa Stollenwerk. Die dreckigsten Plätze finden die Stadtbetriebsmitarbeiter im Westpark, im Kennedypark und im Driescher Hof vor. „Die anderen öffentlichen Parks stehen aber nicht weit dahinter“, erklärt die Abteilungschefin.

Die Mülleimer in den Parks könnten gar nicht den gesamten Abfall aufnehmen. Sie zählt auf, was ihre Männer so alles in den öffentlichen Anlagen finden: „Einmalgrills bleiben einfach stehen, dick mit Müll zugestopfte große Plastiksäcke, Fleischverpackungen aus Plastik, Einmalgeschirr und jede Menge Asche.“

Ihre Mitarbeiter seien durch das Müllsammeln stark gebunden: „Die sind eigentlich für die Grünpflege eingestellt. Und immer Überstunden können die ja auch nicht machen“, unterstreicht Ilse Rosa Stollenwerk. „Ich kann am Zustand eines Parks sehen, welches Wetter wir gestern hatten“, zitiert Rita Klösges vom städtischen Presseamt einen Stadtbetriebsmitarbeiter. Er und seine Kollegen finden die Grünanlagen nach Schönwettertagen meist in einem sehr derangierten Zustand vor, den man den nächsten Besuchern nicht zumuten kann.

„Was kann so schwer daran sein, seinen Müll nicht vor seine Füße, sondern in eine Plastiktüte zu werfen und mit nach Hause zu nehmen“, habe er die Mitarbeiter gefragt. Aber nicht nur in der Innenstadt ist das Problem groß. Auch in den Außenbezirken seien nach Wochenenden in der warmen oder heißen Jahreszeit sehr viele Mitarbeiter mit der Müllbeseitigung gebunden

Mehr Ruhe in einer Hütte

Wer nicht in einem Park grillen möchte und sich mehr Ruhe wünscht, der kann extra eine Grillhütte mieten, wie zum Beispiel das Adamshäuschen im Öcher Bösch. Die attraktive Grillhütte ist überdacht und bietet somit auch mehr Schutz als der Grillplatz im Park. Dafür sind hier meist vorherige Reservierungen nötig, die Kosten sind jedoch vergleichsmäßig gering. Zu Aachens beliebten Grillhütten gehörte bis vor ein paar Tagen die Haarener Grillhütte in der Grünanlage am Alten Friedhof. Dort wurde von bisher noch unbekannten Brandstiftern eine Aufenthaltshütte abgefackelt, die vollständig abgebrannt ist. Nach Auskunft von Bezirksamtsleiter Frank Prömpeler kann aber nach wie vor dort gegrillt werden.

Ein Vorteil solcher Einrichtungen sind die meist dazugehörenden Toilettenhäuschen, die einen ganztägigen Aufenthalt im Freien ungemein erleichtern.

Auf der Internetseite der Stadt – www.aachen.de/Öffentliche Grillplätze in Aachen – ist auch ein Grillplatz am alten Brander Bahnhof verzeichnet. Dort angekommen, fragt sich aber der Besucher: „Wo denn?“ Nirgendwo ist ein Hinweis zu finden, wo gegrillt werden darf.

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