Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Warum der Osterhase die Eier bringt

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
eier_bu
Monika Lennartz ist Fachfrau für Bräuche rund um das Osterfest. Jetzt zeigt sie ihre Sammlung im Couven-Museum. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Eigentlich hat der Osterhase mit Ostern genau so viel zu tun, wie der Weihnachtsmann mit Weihnachten. Mit dem religiösen Ursprung der christlichen Feste haben die Figuren nichts gemein, und dennoch haben sie sich im Brauchtum durchgesetzt und sind nicht mehr wegzudenken. Vor allem Kinder haben den Eier bringenden Hasen liebgewonnen.

Monika Lennartz aus Mönchengladbach ist eine Fachfrau für österliche Bräuche. Seit vielen Jahren befasst sie sich mit den religiösen Ursprüngen und den Entwicklungen. Sie hat viele Schmuckeier, Hasen und andere österliche Objekte gesammelt und in liebevoller Handarbeit Eier im alten Stile dekoriert.

Prunkvolle Kunstwerke

„Schon als Kind war ich begeistert von den österlichen Kunstobjekten im Alpenland”, erzählt die Kunsthandwerkerin. Der Brauch, zu Ostern Eier zu verschenken, sei auf die mittelalterliche Bräuche zurückzuführen, erklärt die Fachfrau. In der Fastenzeit war das Verspeisen von Eiern streng verboten. Zu Ostern hatten sich dann viele Eier angesammelt. Einige wurden in der Osternacht während der Messe gesegnet, andere wurden den Gutsherren als Ehrerweisung geschenkt und mit anderen ein Sündenablass erkauft.

„Das Bemalen der Eier hat seinen Ursprung dann in Geschenken, die sich Frauenklöster untereinander zu Ostern machten”, erklärt Lennartz. Die prunkvollen Eieingerichte - das sind aufklappbare Straußeneier, in deren Inneren Szenen aus der Passion Christi dargestellt werden - waren für die Klostervorsteherin bestimmt. Gebetseier mit aufgeklebten Gebetstexten schenkten sich die Nonnen. Heute kauft Monika Lennartz auf Flohmärkten alte Gebetbücher, um ihre Kunstobjekte zu verzieren.

„Durch das Papier mit dem die Eier verziert sind, erhalten sie eine erstaunliche Festigkeit”, erzählt sie. „Später haben sich diese Gaben weiterentwickelt, und auch Freunde oder Familien beschenkten sich mit verzierten Eiern. Der Brauch wurde verweltlicht.” Glanzbilder, Borten und Spitzen wurden auf die Eier geklebt und zu Ostern verschenkt. Später kamen Batiktechniken und Wachsverzierungen hinzu. Heute gibt es Plastikeier in jeglichen Farben.

Der Hase und die Eier

Aber wie kommt der Hase an die Eier? Dafür gibt es mehrere mögliche Erklärungen: Wie die Eier, wurde auch ein Hase zum Ende der Fastenzeit geweiht und dann genüsslich verspeist. Außerdem besagt eine Legende, dass die „Ablasseier”, die am Gründonnerstag gespendet wurden, nicht von Hühnern, sondern von Hasen gelegt wurden. Auch nach Abschaffung der Ablassgewährung wurde die Geschichte vom Eier bringenden Hasen beibehalten. „Man vermutet, dass sich der Hase als Gabenbringer durchgesetzt hat, weil er ebenso wie das Ei ein Fruchtbarkeitssymbol ist”, erklärt die Oster-Expertin. Das Brauchtum hat sich über viele Jahrhunderte entwickelt.

Religion und Brauchtum haben sich miteinander vermischt. „Das Verstecken der Eier könnte sich übrigens aus den Osterspielen entwickelt haben”, vermutet Lennartz. Früher war ja auch das Spielen in der Fastenzeit verboten.

Für die Ausstellung hat Monika Lennartz 150 Objekte rund um die Osterbräuche zusammengetragen und viele Informationen aufbereitet. Natürlich darf auch die Hasenschule in einer Osterausstellung nicht fehlen. Dekorierte Geschenkschatullen und Postkarten dürften bei dem ein oder anderen Besucher Kindheitserinnerungen wecken.

Weitere Informationen:

Die Ausstellung ist ab Samstag, 20. Februar, bis zum 18. April im Couven-Museum, Hühnermarkt 17, zu sehen. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Immer samstags um 15 Uhr gibt es Führungen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert